Richtig kompostieren

Richtig kompostieren
Frau schaufelt nährstoffreichen Kompost in Schubkarre.
© GettyImages/ RyanJLane

Richtig kompostieren: Was gehört auf den Kompost – und was nicht?

Richtig kompostieren lohnt sich: Aus Garten- und Küchenabfällen können Sie nährstoffreichen Dünger für Ihre Pflanzen gewinnen. Außerdem sparen Sie Geld für eine große Biotonne. Hier erfahren Sie, was es beim Kompost zu beachten gibt.

Ein Garten bewirtschaftet sich nicht von alleine. Um üppig und gesund in die Höhe zu schießen, brauchen Pflanzen ausreichend Nährstoffe. Die geben die Böden im Siegerland, Sauerland und Märkischen Kreis jedoch nur teilweise her. Nachhelfen ist erlaubt: Ein eigener Kompost versorgt Hobbygärtner in Netphen, Meschede oder Balve mit wertvollem Dünger – und das bereits nach wenigen Monaten. Dabei kommt es natürlich auf ein paar Feinheiten an. Sie wollen richtig kompostieren? Hier sind die wichtigsten Basics.

Kompostbehälter für den Garten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, im Garten einen Kompost anzulegen:

1. Kompostmiete

Die sogenannte Kompostmiete ist ein fertig aufgeschichteter Komposthaufen. Sie brauchen dafür keinen extra Behälter, aber ausreichend Platz im Garten. Einmal angelegt, arbeitet das Kompostmaterial und kann nach einer Weile umgeschichtet und verwendet werden. Wichtig ist die Abdeckung mit Stroh oder Rasenschnitt, damit der Kompost vor Tieren und Witterung gut geschützt ist.

2. Lattenkomposter

Lattenkomposter sind einer der Klassiker unter Hobbygärtnern: Sie bestehen aus naturbelassenen, widerstandsfähigen Holzlatten. Diese werden ganz einfach zu einer nach oben offenen Kiste zusammengesteckt. Die Höhe ist variabel und kann entsprechend Ihrer Kompostmenge angepasst werden. Vorteil dieser Kompostmethode ist der natürliche Wasser- und Luftaustausch durch die Schlitze. Nachteil: Die Holzlatten werden über die Jahre marode und müssen ausgetauscht werden.

3. Kompostbehälter aus Drahtgitter

Komposter aus Drahtgitter ermöglichen ähnlich wie Lattenkomposter einen natürlichen Austausch von Wasser und Luft. Vorteil der Drahtgestelle im Vergleich zu Holz: Sie sind langlebiger.

4. Schnellkomposter

Ein Schnellkomposter oder Thermokomposter ist die geschlossene Variante des Komposthaufens. Durch kleine Löcher im Boden gelangen Würmer, Asseln und Mikroorganismen in den Komposter. Der Behälter besteht in der Regel aus Kunststoff und verbraucht nur wenig Platz, weshalb er vor allem im städtischen Raum beliebt ist.

Vorteil: Die Abfälle sind sicher vor Vögeln, Mäusen und Co.. Dafür ist das Risiko der Fäulnisbildung recht hoch. Hobbygärtner müssen beim Schnellkompostieren daher auf die richtige Schichtung achten, mit trockenen Gartenabfällen als Zwischenebene.

5. Wurmkompostierung

Bei der Wurmkompostierung kommen gezielt Kompostwürmer zum Einsatz. Wichtig: Kompostwürmer sind nicht zwangsläufig hiesige Regenwürmer. Nicht jede Wurmart fühlt sich im Substrat eures Komposthaufens wohl. „Echte“ Kompostwürmer gibt es zum Beispiel über Natursache.de ab 40 Euro. Als Behälter kann eine sogenannte Wurmkiste aus Holz dienen, die sogar auf einen kleinen Balkon passt.

Eine Alternative zu den genannten Kompostbehältern ist der Bokashi-Eimer, mit dem Sie auch innerhalb Ihrer Wohnung Dünger herstellen können. 

Was gehört auf den Kompost?

Wer später von wertvollem Humus profitieren will, sollte ganz genau auf die Zusammensetzung seines Komposts achten. Grundsätzlich kommt es auf die Vielfalt an: Wichtig ist, dass eine ausgeglichene Mischung von nassem, grünem und trockenem, holzigem Material vorhanden ist. Die Schichten wechseln sich im besten Fall ab.

Hier eine Übersicht mit Abfällen, die problemlos kompostierbar sind:

  • Reste von Gemüse und Obst dürfen auf den Kompost. Die Lebensmittel sollten allerdings unbehandelt und nicht zubereitet sein.
  • Eierschalen sind gutes Kompostmaterial. Am besten gut Zerkleinern vor dem Entsorgen.
  • Trockene Brotreste ohne Aufstrich können Sie problemlos auf Ihren Kompost geben.
  • Von Kaffee- und Teesatz profitiert Ihre Humuserde. Das Filterpapier sollte unbedingt unbehandelt sein.
  • Getrocknetes Laub und trockener Rasenschnitt können auf den Kompost. Achtung: Große Zweige sowie Schalen von Walnuss, Haselnuss und auch Erdnuss nur dosiert beigeben. Sie verrotten sehr langsam.
  • Verwelkte Kräuter und Blumen dürfen auf den Kompost. Brennnesseln zum Beispiel können sogar als Kompoststarter dienen.
  • Zweige sowie Strauch- und Baumschnitt sollten vor dem Kompostieren zerkleinert werden.
  • Sofern sie noch nicht schimmeln oder mit chemischen Zusätzen behandelt sind, können verwelkte Pflanzen und Schnittblumen auf den Kompost.

Was nicht auf den Kompost kommt

Einige Abfälle haben auf dem Kompost nichts zu suchen. Welche das sind, sehen Sie in der folgenden Liste:

  • Obst- und Gemüseabfälle dürfen auf den Kompost, nicht aber Zitrusfrüchte. Sie sind häufig gespritzt und können dem Humus schaden. Reste von Ananas, Bananenschalen und Avocados ebenfalls nur in geringen Mengen kompostieren.
  • Sämtliche Reste von gekochtem oder zubereitetem Essen haben auf dem Kompost nichts verloren. Vor allem nicht-pflanzliche Speisen locken Tiere an.
  • Kranke Pflanzenteile, aber auch Blumen mit Schimmelansatz sollten vom Kompost fernbleiben. Sie können den wertvollen Humus verderben. Lieber in die Biotonne damit.
  • Asche und Reste Ihrer Grillkohle können schadstoffbelastet sein und gehören nicht auf den Kompost.
  • Straßenkehricht kann viele Abfälle enthalten, die sich mit Ihren Kompost nicht vertragen – sie kommen besser in den Rest- oder Biomüll.
  • Katzenstreu enthält in der Regel chemische Zusatzstoffe und darf deshalb nicht auf den Kompost.
  • Staubsaugerbeutel haben auf dem Kompost nichts zu suchen.
  • Farbige, beschichtete oder besonders dicke Papierabfälle gehören nicht auf den Kompost.
  • Große Holzreste und vor allem beschichtete Materialien kommen nicht auf den Kompost.
  • Abfälle aus Metall, Glas und Plastik gehören in den Pfandautomaten oder die dafür vorgesehenen Abfallbehälter, nicht aber auf den Kompost.

Richtig kompostieren: 5 Tipps

Ein eigener Kompost kann eine wertvolle Bereicherung für Mensch, Tier und Pflanzenwelt sein – vorausgesetzt, Sie beachten ein paar wichtige Grundregeln:

1. Den Kompost im Halbschatten platzieren

Der ideale Standort zum Kompostieren ist im Halbschatten, zum Beispiel im Schutz eines Baumes. Hier ist das Material vor Sonneneinstrahlung und starken Niederschlägen geschützt. Den Untergrund sollte eine Schicht Erde bilden, kein Asphalt oder Kies. Nur so kann Flüssigkeit ablaufen und Kleingetier den Weg ins Substrat finden.

2. Das Kompostmaterial zerkleinern

Sie wollen möglichst schnell an Ihren hausgemachten Dünger gelangen? Dann lohnt sich ein wenig Vorarbeit: Zerkleinern Sie die Abfälle wie Äste und Laub, aber auch Bananen- und Eierschalen vor dem Entsorgen. Damit erleichtern Sie die Durchlüftung und erhöhen die Chance, dass Mikroorganismen ihren wichtigen Beitrag zum Kompostieren leisten können.

3. Richtig kompostieren mit ausreichend Feuchtigkeit

Neben einer optimalen Durchlüftung ist ausreichend Feuchtigkeit das A und O, um richtig kompostieren zu können. Zu gut sollten Sie es aber auch nicht meinen, da die Abfälle sonst leicht verfaulen können. Der Kompost sollte nur so nass wie ein ausgedrückter Schwamm sein. Bei starkem Regen schützen Sie Ihren Behälter am besten mit Kompostschutzvlies.

4. Kompoststarter und Kompostbeschleuniger maßvoll verwenden

Sogenannte Kompoststarter (erhältlich in jedem Baumarkt ab 10 Euro) sollen den Rotteprozess zügiger in Gang bringen. Wenn Sie auf eine ausgewogene Mischung bei eurem Kompostmaterial achten, ist der Zusatz in der Regel nicht notwendig. Viele Hobbygärtner schwören auf Brennnessel als natürlichen Antreiber. Außerdem können Sie zu Beginn bereits fertigen Kompost oder Gartenerde untermischen.

5. Den Kompost regelmäßig umsetzen

Mindestens einmal im Jahr, idealerweise im Frühjahr, sollten Sie Ihren Kompost auflockern und umsetzen. Auch dieser Arbeitsschritt gehört dazu, wenn Sie richtig kompostieren möchten. Material vom Rand gelangt durch das Durchmischen ins Innere, wo der Rotteprozess am intensivsten ist. Außerdem fördern Sie so die Durchlüftung.

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Carina Langer

28. April 2026