

Der Herbst im Siegerland, Sauerland und Märkischen Kreis naht und im Garten kehrt langsam Ruhe ein. Nur das Hochbeet in Hilchenbach, Attendorn und Herscheid ist noch aktiv – und wird es noch eine Weile bleiben: Diese Kräuter und Gemüse könnt ihr in einem Hochbeet im Herbst anpflanzen.
Nach dem Sommer sieht Ihr Hochbeet ziemlich leer gefegt aus? Das muss nicht sein, denn auch im Herbst und Winter können Sie dort eine Vielzahl an Gemüsesorten säen und ernten. Welche davon in Ihrem Hochbeet im Herbst besonders gut gedeihen und wie Sie es auf die kalte Jahreszeit richtig vorbereiten, erfahren Sie in unserem Ratgeber.
Darum eignet sich ein Hochbeet gut für Herbstgemüse
Das Hochbeet ist für den Anbau von Herbst- und Wintergemüse besonders gut geeignet. Dank des Abstands zum Boden und der speziellen Schichtung an organischem Material herrschen im Hochbeet höhere Temperaturen als im Erdreich unter Ihren Füßen. Die Pflanzen sind darin geschützter vor Frost und finden eine große Dichte an Nährstoffen vor, wodurch Sie das Gemüse etwas enger pflanzen können als in einem bodennahen Gemüsebeet.
Wer gerne Lebensmittel aus eigenem Anbau isst, hat jetzt noch die Möglichkeit, die Weichen für eine späte Ernte zu stellen. Schließlich bekommen Sie nirgendwo frischeres Gemüse als im eigenen Garten oder vom Balkon. Die Vitamine, die im Gemüse stecken, sind gerade dann wichtig, wenn die Tage kürzer werden. Zudem können Sie sich sicher sein, dass es nicht mit Pestiziden oder anderen Schadstoffen belastet ist.
Welche Gemüsesorten eignen sich fürs Hochbeet im Herbst und Winter?
Zu den typischen Gemüsesorten, die Sie im Spätherbst ernten können, zählen:
- Chinakohl
- Brokkoli
- Rosenkohl
- Karotten
- Fenchel
- Rote Bete
- Endivien
- Sellerie
Für eine ertragreiche Ernte in den Herbstmonaten sollten Sie mit der Aussaat der oben genannten Sorten allerdings schon im Sommer beginnen. Gemüse- und Salatkulturen, die Sie noch im September oder bei einem milden Oktoberanfang aussäen können, sind:
- Feldsalat
- sämtliche Kohlarten
- Lauch
- Pflücksalat
- Postelein (Winterportulak)
- Petersilie
- Radieschen
- Radicchio
- Spinat
- Winterkopfsalate
- Winterpuffbohne
- Wintererbsen
- Winterkresse
- Wilde Rauke (Rucola)
Hier haben wir noch ein paar Tipps zu Aussaat und Anzucht unserer fünf liebsten Herbst- und Wintergemüsearten fürs Hochbeet:
1. Kohl fürs Hochbeet im Herbst
Kohlfans haben im Herbst die Qual der Wahl. Ob Rosenkohl, Chinakohl, Grünkohl, oder Brokkoli: Alle erdenklichen Kohlarten fühlen sich im Herbst im Hochbeet wohl. Wenn Sie sie als Samen selbst aussäen, sollten Sie das bereits spätestens Ende August/Anfang September getan haben. Die Setzlinge lassen sich gut auf der Fensterbank anzüchten, ehe sie nach draußen ins Hochbeet gebracht werden.
Kleine Pflanzen bekommen Sie allerdings auch im Fachhandel und können sie im Spätsommer oder frühen Herbst pflanzen. Rosenkohl und Grünkohl entwickeln bekanntermaßen erst ihr volles Aroma, wenn sie Bekanntschaft mit dem ersten Frost gemacht haben.
2. Salat als perfektes Wintergemüse im Hochbeet
Auch unter den Salaten finden sich zahlreiche Arten, die nicht sonderlich empfindlich auf Kälte reagieren. Nahezu alle von ihnen überzeugen mit einer kurzen Wachstumsperiode, sodass Sie auch hier nicht lange auf die Ernte warten müssen. Feldsalat beispielsweise sollten Sie Anfang bis Mitte September säen, ehe die Samen zwei bis drei Wochen zum Keimen brauchen. In dieser Phase sollte der Boden durchgängig feucht sein. Wenn Sie das beherzigen, können Sie den Salat bereits frühestens im November und spätestens im Januar ernten.
Der Rucola macht sich nahezu das ganze Jahr über besonders gut im Hochbeet, da dieser Salat sowohl mit hohen als auch niedrigen Temperaturen zurechtkommt und immer wieder ausgesät werden kann. Auch mit den Herbst- und Wintersalaten Endivien und Radicchio können Sie kaum etwas falsch machen.
3. Radieschen noch im September ins Hochbeet pflanzen
Radieschen sind echte Allrounder im Garten und im Hochbeet. Sie sind für unerfahrene Gärtnerinnen und Gärtner ein äußerst dankbares Gemüse, weil sie pflegeleicht und bereits nach einem bis zwei Monaten erntereif sind. Da sie auch im September noch gesät werden können, kommen Sie auch im November noch in den Genuss von frischen Radieschen. Sie brauchen im Beet nicht viel Platz und werden deshalb auch als Lückenfüller im Garten geschätzt.
4. Spinat zwischen Mitte September und Oktober im Hochbeet säen
Spinat wird klassischerweise entweder früh im Jahr oder nach der Ernte des restlichen Gemüses im Spätsommer ausgesät. Sorten wie Butterfly und Palco eignen sich besonders gut als sogenannte Nachkultur im Herbst. Für welche Sorte Sie sich auch entscheiden mögen, am besten säen Sie den Spinat zunächst auf der Fensterbank aus und züchten die Setzlinge dort an. Anschließend pflanzen Sie sie ins Hochbeet, wo Sie für feuchten Boden und einen ausreichenden Windschutz sorgen sollten. Wenn Sie alles richtig machen, können Sie den Spinat im Spätherbst oder frühen Winter ernten.
5. Petersilie wächst im Hochbeet bis in den Spätherbst
Petersilie gehört zu den beliebtesten Kräutern in deutschen Küchen. Besonders praktisch ist die Verwendung, wenn Sie die Blätter direkt auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten frisch ernten können. Um das zu ermöglichen, erfolgt die Aussaat meistens bereits im Frühling und spätestens bis zum Juni. Erfolgversprechend ist es allerdings auch, die Samen am Ende des Sommers auszusäen. Zu beachten ist dabei, dass Petersilie niemals am selben Standort wachsen sollte wie im Jahr zuvor. Dadurch vermeiden Sie, dass sich die Petersilie Schädlinge und Krankheiten einfängt.
Hochbeet im Herbst: Diese Voraussetzungen sollten Sie schaffen
Im Herbst purzeln die Temperaturen in Hilchenbach, Attendorn und Herscheid manchmal schneller als einem lieb ist. Gerade in den Nächten kratzt das Thermometer zügig an der Null-Grad-Marke. Bevor es so weit ist, sollten die Pflanzen ausreichend vor den kalten Temperaturen sowie Nässe geschützt werden. Eine Abdeckung des Hochbeets ist im Herbst und Winter deswegen ein Muss. Ein festes Dach, ein Folientunnel oder zumindest Frühbeet-Vlies schützen vor Regen und halten die Wärme bei den Pflanzen.
Das Gemüse darf ebenso niemals bei Frost geerntet werden. Ansonsten könnte es nach dem Auftauen weich bis matschig werden. Einzig Rosenkohl und Grünkohl können während ihrer Wachstumsphase gerne niedrigen bis frostigen Temperaturen ausgesetzt werden. Erst dann entfalten sie ihren ganzen Geschmack. Doch selbst ihre Ernte erfolgt ausschließlich bei Plusgraden.
Fazit: Auch im Herbst bleibt das Hochbeet aktiv
Ein Hochbeet muss nach der Sommerernte keineswegs leer bleiben. Mit Feldsalat, Winterspinat, Radieschen, Postelein oder winterharten Kräutern können Sie die Fläche auch im Herbst und Winter sinnvoll nutzen. Entscheidend ist, die Aussaat- und Pflanztermine der jeweiligen Sorte zu beachten und das Hochbeet bei Bedarf vor Frost und starker Nässe zu schützen.
Gerade im Siegerland, Sauerland und Märkischen Kreis können die Temperaturen je nach Höhenlage deutlich unterschiedlich ausfallen. Wer das Wetter im Blick behält und empfindliche Kulturen rechtzeitig schützt, kann sich noch lange über frische Ernte aus dem eigenen Hochbeet freuen.
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