

Große Diele oder kleiner Flur, großes Kinder- oder Schlafzimmer, ein oder zwei Bäder? Gibt es eigentlich den optimalen Wohnungsgrundriss? Mit unserer 13 Punkte umfassenden Checkliste finden Sie es heraus.
Gibt es einen Wohnungsgrundriss, der alle Wohnbedürfnisse abdeckt? Die einen in Arnsberg lieben eine offene Wohnküche, die anderen in Burbach oder Kreuztal wollen die Küche lieber zumachen können. Die einen brauchen einen weitläufigen Wohnbereich, die anderen finden es wichtiger, viele kleinere Räume zu haben, falls die Familie noch wächst.
Wir sagen Ihnen, welche 13 Fragen Sie bei der Raumplanung im Siegerland, Sauerland und Märkischen Kreis beachten und welche Stolperfallen Sie vermeiden sollten.
1. Wohnungsgrundriss planen: Der Ideal-Zustand
Über den perfekten Grundriss für eine Wohnung macht man sich in der Regel dann Gedanken, wenn man auf der Suche nach einer neuen Wohnung ist. Der erste Schritt zu einer guten Einteilung der Wohnbereiche ist eine Bestandsaufnahme.
Schauen Sie sich Ihre aktuelle Wohnung genau an. Fragen Sie sich, in welchem Raum Sie am meisten Zeit verbringen, überlegen Sie, wo Sie sich wohl fühlen und welches Zimmer Sie noch nie besonders mochten. Schreiben Sie nicht nur die Fakten, sondern auch Ihre Gefühle zu jedem Raum auf. So finden Sie schnell heraus, was sich bei Ihrer künftigen Wohnung ändern muss oder was auf jeden Fall so bleiben sollte.
2. Verschiedene Bereiche unterteilen
Bewegung ist gesund, aber wenn Sie in Ihrem Zuhause im Alltag viel hin und her rennen müssen, stimmt was nicht mir der Aufteilung der Wohnung. Die Küche ist an einem Ende eines langen Flurs und das Esszimmer am anderen? Ungünstig. Das sollte in der neuen Wohnung besser gelöst sein.
Tische, auf denen Essen angerichtet wird, stehen am besten nah an Herd und Kühlschrank. Am besten geht das in einem offenen Küchen- und Essbereich. So spart man sogar den Platz für einen Küchentisch, der oft zusätzlich gestellt wird, weil der Esstisch zu weit entfernt ist für kleine Zwischenmahlzeiten.
3. Die „optische Größe“
Wenn Sie eine eher kleine Wohnung suchen, ist es wichtig, dass Sie auf die optische Größe achten. Die fehlenden Wände zwischen Küche und Ess- und Wohnbereich lassen dem Blick Freiraum. Das Ergebnis ist eine gefühlt größere Wohnung. Wenn auch die Fenster groß sind und so günstig liegen, dass viel Licht hereinfällt, ist das schon die halbe Miete.
Denken Sie bei der Besichtigung an Tages- und Jahreszeit. Ist es nur morgens hell oder vermutlich auch nachmittags? In welcher Himmelsrichtung liegen die Fenster des Hauptwohnbereichs? Und wird der noch kahle Baum vorm Fenster im Sommer so dicht belaubt sein, dass es vielleicht vorbei ist mit der Helligkeit?
4. Wohnungsgrundriss: Mehr kleine Räume als wenige große?
Große Räume sind toll, aber nicht für jeden. Der Grundriss einer Wohnung muss eben zum Bewohner passen. Brauchen Sie in Zeiten von Homeoffice eher ein kleines, ruhiges Arbeitszimmer als einen großen Wohnbereich? Und wäre es für Eltern mit kleineren Kindern nicht besser, das Wohnzimmer mal zumachen zu können?
Kleinere Räume bieten bessere Rückzugsmöglichkeiten, sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen. Toll, wenn die Wohnung so groß ist, dass beides geht. Sonst müssen Sie Prioritäten setzen.
5. Der Flur als Visitenkarte
Diele, Flur, Halle. Ganz gleich wie man ihn nennt, der Eingangsbereich wird oft als verschenkter Raum betrachtet. Man kommt eben nur herein und hält sich dort nicht lange auf. Man kann das aber auch genau andersherum sehen.
Der Eingang ist die Visitenkarte Ihrer Wohnung. Wenn man sich dort schon wohl fühlt, wird man es vermutlich auch im Rest der Wohnung tun, sowohl die Bewohner als auch die Gäste. Kam Ihnen der Flur bei der Wohnungsbesichtigung noch ausreichend vor, wird er im bewohnten Zustand schnell zum nervigen Nadelöhr. Die Garderobe quillt über mit dicken Winterjacken, unten werden Schuhe zu Stolperfallen und wenn dann noch ein Buggy und ein Schulranzen hinzukommen, ist bald kein Durchkommen mehr.
Klasse, wenn Sie das nicht stört, ein Grund für eine größere Diele, wenn Sie darüber in der aktuellen Wohnung täglich fluchen.
6. So bestimmen Bad und WC den Wohnungsgrundriss
Den perfekten Platz für Bad und WC scheint es kaum zu geben. Auch hier ist eher Ihre ganz persönliche Situation entscheidend. Die einen finden es total praktisch, wenn das Bad direkt neben dem Schlafzimmer liegt oder in modernen Grundrissen sogar ineinander übergeht. Andere können sich nichts Schlimmeres vorstellen als nachts von der Toilettenspülung geweckt zu werden.
Blöd ist es auf jeden Fall, wenn auch die Kinder das Bad benutzen und es dann nur durch das Schlafzimmer der Eltern erreichbar ist oder wenn der Spülkasten an die Wand grenzt, an der das Kopfteil eines Bettes steht.
Wenn Sie eine Familie planen, sollte auf jeden Fall ein zweites Bad oder WC her. Das kann übrigens dank besserer Abzüge in modernen Wohnungen auch innen liegen. Stellt euch die oft in Spielfilmen dargestellte Szene bei Ihnen zu Hause vor: Sie wollen beide frisch geduscht zur Arbeit, kommen aber nicht in das einzige Badezimmer, weil der pubertierende Sohn einen „Bad Hair Day“ hat und Ihre Kleine dringend auf die Toilette muss … Nicht lustig!
7. Wohnungsgrundriss: Der Blick in die eigene Zukunft
Ein Blick in die Zukunft ist nicht nur in Sachen Badezimmer sinnvoll. Wenn das Baby noch in Ihrem Schlafzimmer übernachtet, wirkt das Kinderzimmer jetzt noch groß genug. Aber ist es das auch noch, wenn dort später ein normales Bett und ein Schreibtisch Platz finden müssen?
Ein Zimmertausch mit dem Schlafzimmer der Eltern ist dann oft eine gute Alternative. Aber das klappt nur, wenn in das Kinderzimmer auch ein Doppelbett passt. Auch, wenn Ihnen das jetzt alles sehr weit weg erscheinen mag, ist es sinnvoll, sich darüber vor der nächsten Wohnungsbesichtigung ein paar Gedanken zu machen.
8. Wohnungsgrundriss der Küche: Offen oder geschlossen?
In einer offenen Wohnküche müssen Sie das nicht durch die ganze Wohnung schreien. Man riecht es. Und auch diese Tatsache ist wieder eine Geschmacksache. Lieben Sie gemeinsames Kochen und stehen ohnehin alle am Herd? Prima! Ein Grundriss mit einer offenen Küche ist genau Ihr Ding. Sie haben eine empfindliche Nase und Sie nervt es, wenn ein Familienmitglied schon zum Frühstück Bacon und Eier brät? Dann ist es doch besser, wenn man die Tür hinter dem Koch zumachen kann und eine starke Dunstabzugshaube vorhanden ist.
9. Wohnungsgrundriss maßstabsgetreu planen
Eine neue Wohnung zu mieten, ist ohnehin eine Investition. Höhere Miete, Umzugskosten usw. Ärgerlich, wenn dann auch die alten Möbel nicht mehr passen. Haben Sie eine Wohnung in der engeren Auswahl, geht es ans Messen!
Wir sprechen nicht von jedem Beistelltischchen. Es geht um die großen Objekte. Schränke, Betten, Tische und Sofas. Dabei sollten die nicht nur knapp passen, sondern sich in den neuen Wohnraum einfügen. Gut klappt das, wenn Sie die Maße des Grundrisses auf Kästchenpapier zeichnen und die größten Möbel in einer anderen Farbe maßstabsgetreu ausschneiden. Dann können Sie sie nach Belieben in den neuen vier Wänden umherschieben und ausprobieren, ob der neue Wohnraum zu Ihrem Leben passt.
10. Das Problem mit den Stellmöglichkeiten
Ob auf kariertem Papier oder mit einer kostenlosen Grundriss-Software, oft wirken die Stellmöglichkeiten der aufgezeichneten Zimmer leider größer als sie sind. Denn eins dürfen Sie im Eifer des Gefechts nicht vergessen: Jeder Raum hat in der Regel Fenster und Türen. Überlegen Sie, in welche Richtung die Türen aufgehen und ob die Größe der Fenster es noch erlauben, ein Sofa oder eine Kommode drunter zu stellen.
11. Die Stauraum-Frage
Wasserkisten, Gummistiefel, Campingausrüstung und Werkzeug. Sie besitzen sicher Dinge, die Sie nicht im Wohnbereich aufbewahren wollen. Wie sieht es mit dem Stauraum aus? Wo lagern diese Sachen in Ihrer aktuellen Wohnung und wo sollen sie künftig ihren Platz finden? Ist es für Sie ok, wenn sie (vier Stockwerke tiefer …) im Keller sind oder brauchen Sie einen separaten Hauswirtschaftsraum, wo zum Beispiel auch Waschmaschine und Trockner gestellt werden können?
12. Raum für Kinder
Kinder oder keine Kinder? Wenn Sie schon eine Familie sind oder sehr bald eine werden wollen, ist es wichtig, die Kinderzimmer schon jetzt einzuplanen. Zu mindestens gedanklich. Auch wenn das Zimmer dann de facto erstmal ein separates Fernseh-, Hobby-, Yoga- oder Arbeitszimmer ist.
Fragen Sie sich nicht nur, ob es groß genug ist, sondern auch, wie es in der Wohnung liegt. Wenn Sie in der Küche beschäftigt sind – und das ist man als Eltern ziemlich oft – macht es wenig Sinn, wenn das Kinderzimmer am entgegengesetzten Ende der Wohnung ist. Besser ist es, wenn es um die Ecke liegt, und Sie im günstigsten Fall acht von zehn Mama- oder Papa-Fragen durch Zuruf beantworten können.
13. Outdoor: Auch das Draußen mitplanen
Im weitesten Sinne gehört zum Grundriss Ihrer Wohnung auch ein Balkon, eine angrenzende Terrasse und vielleicht sogar ein Garten. Soll der Balkon für alle zugänglich sein? Dann ist es am besten, wenn er an den Wohnbereich grenzt. Sie wollen ihn eher als privates Plätzchen für einen Gute-Nacht-Drink zu zweit? Dann wäre es optimal, wenn er nur vom Schlafzimmer aus zu betreten ist.
Für Terrasse und Garten klappt das eher nicht. Die wollen natürlich alle nutzen. Ist der Zugang nur über Ihr Schlafzimmer möglich, wäre das in punkto perfekter Grundriss ein klassisches Eigentor.
Fazit: So finden Sie den perfekten Wohnungsgrundriss
Es gibt keinen perfekten Grundriss für Wohnungen. Aber es gibt die perfekte Raumnutzung für Ihre aktuelle Situation. Und wenn Sie es schaffen, etwas vorauszudenken, stimmt der Grundriss Ihrer Traumwohnung auch in einigen Jahren noch mit Ihren Bedürfnissen überein.
Sei es, weil Sie die offene Küche immer noch toll finden oder Sie das Schlafzimmer mit dem Extrabad Ihrer pubertierenden Tochter überlassen haben, damit letztlich alle morgens duschen können. Wohnen bedeutet Veränderung. Und das Gute an einer Mietwohnung ist, dass Sie sich auch etwas Neues suchen können, wenn Ihnen der Grundriss dann doch gar nicht mehr gefällt.
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