PV-Module
© stock.adobe.com/Petair

Photovoltaik-Module

PV-Module: Monokristallin, Dickschicht, Aufdach, Glas-Glas – alles klar?

Die wichtigsten Elemente einer Photovoltaikanlage sind die PV-Module, oder auch Panels genannt, der Wechselrichter und der Speicher. Während heute aufgrund niedriger Einspeisevergütungen nahezu keine Anlagen mehr ohne Speicher gebaut werden, gab es die Wechselrichter schon immer. Sie verwandeln den mit Sonnenenergie gewonnenen Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom und steuern das Einspeisemanagement. Doch in Anlehnung an eine Fußballerweisheit gilt: „Gewonnen wird auf dem Dach“. Die Solarmodule sind die entscheidenden Stromgewinner. Doch welche Arten gibt es und was ist zu empfehlen? Während die Halbwertszeit eines Speichers beschränkt ist, bleiben die Solarpanels in der Regel Jahrzehnte auf dem Dach. Daher unsere Empfehlung: Nur das Beste!

Modularten

Schaut man sich die verschiedenen Arten von PV-Modulen an, lassen sich Dünn- und Dickschichtmodule unterscheiden. Neben der aus der Bezeichnung bereits hervorgehenden Differenzierung in der Dicke der stromproduzierenden Schicht, finden auch unterschiedliche chemische Stoffe Verwendung. Dickschichtmodule (Silizium) haben höhere Wirkungsgrade und Nennleistungen und vor allem eine niedrigere Degression. Die Nennleistung wird in Kilowattpeak (kWp) gemessen und gibt die theoretisch erreichbare Spitzenproduktion an. Mit Degression bezeichnet man die abnehmende Leistungsfähigkeit jedes technischen Bauteils, oder vereinfacht: Dickschichtmodule erbringen auch nach Jahren noch einen höheren Wirkungsgrad. Innerhalb der Dickschichtmodule kann zwischen monokristallinen und polykristallinen Modulen unterschieden werden. Erstere haben den geringsten Wirkungsverlust, sind teurer, benötigen jedoch auch weniger Dachfläche. Da wir ja alle Jahrzehnte der Bauökologie durchleben werden, kann eingesparte Dachfläche für spätere weitere Module für Wärmepumpe, E-Auto oder auch für Solarthermie wertvoll sein. Im Ergebnis spricht vieles für monokristalline Solarmodule.

Qualitätsunterschiede

Qualitativ ist ferner die Unterscheidung zwischen Glas-Folie- und Glas-Glas-Elementen relevant. Die einen haben nur auf der Oberseite eine abschließende Glas-Schicht und von unten Folie, die andere Gattung auf beiden Seiten Glas. Die Glas-Glas-Variante ist schwerer, teurer, belastungsstärker und haltbarer. Hersteller geben die Lebensdauer mit 30-40 Jahren an, Produktgarantien werden für mindestens 20, häufig 25 und gelegentlich 30 Jahre ausgegeben. Dazu kommen Leistungsgarantien, die beschreiben, welche Mindestleistung die Hersteller noch nach 10 oder 20 Jahren garantieren (ca. 90 bzw. 80 %). Damit wird auch relevant, ob es den Hersteller nach Jahrzehnten überhaupt noch gibt. Folge: Namhafte, am besten Marktführer-Produzenten aussuchen.

Auf- oder Indach-Anlage?

Die Stromproduktion nimmt aus physikalischen Gründen mit steigenden Temperaturen ab (Temperaturkoeffizient)! Dies ist der wesentliche Grund, sich für eine Aufdach-Anlage zu entscheiden. Sie wird aufgrund der Ständerbauweise hinterlüftet, heizt nicht auf und ist daher tendenziell einer Indach-Anlage (Dachpfannen werden ersetzt) vorzuziehen. Außerdem werden Dichtigkeitsprobleme vermieden.

Es gibt bestimmt noch weitere Kriterien, die ggf. bei einer Entscheidung für die ein oder andere Variante bedeutsam sein können, wie z.B. die Belastbarkeit. Die Module, zumindest die der namhaften Hersteller, sind jedoch zertifiziert und getestet sowie für den normalen Wohnungsbau geeignet. Schließlich stehen unsere südwestfälischen Häuser im Siegerland und Sauerland ja nicht in Bayern, wo die Schneelast unter Umständen deutlich höher ausfällt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Solardachziegel

PV-Basics: So geht’s!

Marina Leers

16. Februar 2024