Förderung von Wärmepumpen: So kassieren Sie Zuschüsse vom Staat
Alte Heizung gegen neue Wärmepumpe tauschen? Dafür stellt der deutsche Staat verschiedene Fördermittel zur Verfügung. Welche das sind, wie hoch die Förderung von Wärmepumpen ist und wer sie im Siegerland, Sauerland und Märkischen Kreis bekommt, das erfahren Sie hier.
Um Fördergelder für den Einbau einer Wärmepumpe einzustreichen, gibt es zwei potentielle Quellen:
Aufgrund der rasanten Änderungen im Bereich der Förderungen, empfehlen wir Ihnen den ZuschussGuide zu nutzen, damit Sie immer die aktuellsten Förderungen erhalten. Unser Wohnfühlwissen wird regelmäßig auf Aktualität geprüft und angepasst.
1. KfW-Förderung für Wärmepumpen
Für den Kauf und Einbau einer neuen klimafreundlichen Heizung war bisher das BAFA zuständig. Seit 2024 erfolgt die Beantragung der Fördergelder über die KfW. Die Fördersätze wurden in diesem Zuge überarbeitet.
Gefördert werden zum Beispiel Wärmepumpen, Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen, Brennstoffzellenheizungen und wasserstofffähige Heizungen. Auch der Anschluss an ein Wärmenetz ist möglich. Zusätzlich können Kosten für Fachplanung und Baubegleitung, notwendige Umfeldmaßnahmen oder eine provisorische Heizung bei einem Defekt berücksichtigt werden.
Welche Voraussetzungen gelten für die KfW-Förderung von Wärmepumpen?
Mit dem Zuschuss der KfW (Zuschuss Nr. 458 Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude) unterstützt der Staat den Einbau klimafreundlicher Heizungen und den Anschluss an ein Wärme- oder Gebäudenetz. Ziel ist es, Sie beim Umstieg auf eine effizientere und umweltfreundlichere Heizung finanziell zu entlasten.
Damit Sie die Förderung erhalten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:
Ihr Wohngebäude steht in Deutschland und ist mindestens fünf Jahre alt (maßgeblich ist der Bauantrag oder die Bauanzeige).
Die neue Heizung verbessert die Energieeffizienz Ihres Hauses in bspw. Attendorn, Marienheide oder Wilnsdorf und/oder erhöht den Anteil erneuerbarer Energien.
Beim Einbau wird das gesamte Heizsystem optimiert, zum Beispiel durch einen hydraulischen Abgleich.
Seit dem 1. Januar 2026 gelten strengere Anforderungen für außen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpen. Ihre Geräuschemissionen müssen mindestens 10 Dezibel unter den EU-Ökodesign-Grenzwerten liegen. Zuvor reichte eine Unterschreitung von 5 Dezibel.
Tipp: Eine Übersicht der Wärmepumpen, die die technischen Mindestanforderungen für die Förderung erfüllen, finden Sie im Wärmeerzeuger-Portal (WEP) des BAFA. Dort können Sie prüfen, ob ein bestimmtes Gerät förderfähig ist.
Nicht gefördert werden Eigenbauanlagen, Prototypen oder gebrauchte Heizungsanlagen.
Antragsberechtigt sind private Eigentümer von Ein- und Mehrfamilienhäusern, Eigentümer von Eigentumswohnungen (bei Maßnahmen im Sondereigentum) sowie Wohnungseigentümergemeinschaften, wenn die Heizung im Gemeinschaftseigentum erneuert wird.
Wichtig: Der Einbau einer Wärmepumpe wird als Einzelmaßnahme nur im Rahmen einer Sanierung gefördert. Im Neubau bezuschusst der Staat Wärmepumpen seit 01. Januar 2021 nur noch im Rahmen eines neu errichteten Effizienzhauses. Dort werden keine speziellen Anforderungen an die Wärmepumpe gerichtet, weil es bei der Förderung um die Energiebilanz des gesamten Hauses geht.
Wie hoch ist die KfW-Förderung für Wärmepumpen?
Die Gesamtförderung für Wärmepumpen setzt sich aus der Grundförderung, dem Effizienzbonus, dem Klimageschwindigkeitsbonus und dem Einkommensbonus zusammen und beträgt maximal 70 Prozent.
Für ein Einfamilienhaus werden Kosten bis zu 30.000 Euro berücksichtigt. Bei Mehrfamilienhäusern richtet sich die Obergrenze nach der Anzahl der Wohneinheiten:
30.000 Euro für die erste Wohneinheit
jeweils 15.000 Euro für die zweite bis sechste Wohneinheit
jeweils 8.000 Euro ab der siebten Wohneinheit
Den Effizienzbonus erhalten Sie nur für Wärmepumpen, wenn diese als primäre Energiequelle Wasser, das Erdreich oder Abwasser nutzen oder ein natürliches Kältemitte nutzen.
Der Klimageschwindigkeitsbonus ist selbstnutzenden Eigentümern vorbehalten, die
ihre funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gas-Etagen-, Nachtspeicherheizung oder ihre mindestens 20 Jahre alte Gasheizung oder Biomasseheizung austauschen und
die alte Heizung fachgerecht demontieren und entsorgen.
Den Einkommensbonus erhalten selbstnutzende Eigentümer, wenn ihr Haushaltsjahreseinkommen maximal 40.000 EUR beträgt.
Zusätzlich können Sie einen Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro erhalten, wenn Sie eine Biomasseanlage einbauen, die den besonders niedrigen Staubgrenzwert von 2,5 mg/m3 nachweislich einhält. Der Zuschlag wird pauschal gewährt.
Bitte beachten Sie: Beantragen Sie diesen Zuschlag, verringern sich die förderfähigen Gesamtkosten für die prozentuale Förderung um 2.500 Euro. Nach dem Abzug müssen mindestens 300 Euro (brutto) förderfähige Kosten verbleiben.
Sie möchten in eine Wärmepumpe investieren, haben aber noch nicht die passende Finanzierung gefunden? Kombinieren Sie Fördergelder mit einer flexiblen Finanzierung – und bringen Ihre energetische Modernisierung sofort auf den Weg.
Welche Maßnahmen und Leistungen fördert die KfW?
Mit dem KfW-Zuschuss wird der Einbau effizienter Heizungsanlagen sowie der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz gefördert. Ziel ist es, Sie beim Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme zu unterstützen und die Energiewende im Gebäudebereich voranzubringen.
Gefördert werden insbesondere:
Kauf und Installation von: Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen, elektrisch betriebenen Wärmepumpen, Brennstoffzellenheizungen, wasserstofffähigen Heizungen, innovativer Heiztechnik auf Basis erneuerbarer Energien
der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz
Kosten für eine provisorische Heiztechnik bei einem Heizungsdefekt
Fachplanung und Baubegleitung durch eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Energieeffizienz-Experten
akustische Fachplanung durch eine Akustikerin oder einen Akustiker
vorbereitende und wiederherstellende Maßnahmen (sogenannte Umfeldmaßnahmen), etwa Anpassungen am Heizungsraum oder an Leitungen
Damit deckt die Förderung nicht nur die neue Heizungsanlage selbst ab, sondern auch wichtige Neben- und Planungskosten, die im Zusammenhang mit dem Heizungstausch entstehen.
Förderung für Fachplanung und Baubegleitung
Einen Energieeffizienz-Experten müssen Sie bei der Heizungserneuerung nicht verpflichtend einbinden, auch nicht für die Beantragung der Fördermittel. Jedoch ist es empfehlenswert, jemanden vom Fach hinzuzuziehen. Denn eine Wärmepumpe ist ein komplexes System, was gerade bei der Anpassung an die Gegebenheiten eines Bestandsgebäudes Fachkenntnis und Übersicht erfordert.
Sie benötigen Hilfe bei all diesen Themen? Ihre Immobilien- und Energie‑Expertenberatung unterstützt Sie genau dabei: Einschätzung von Kosten und Einsparpotential, Klärung der Rahmenbedingungen für die Installation, Tipps zu Förderungen und vielem mehr!
Wie beantrage ich die KfW-Förderung für eine Wärmepumpe?
Die Fördermittel für den Einbau der Wärmepumpe müssen Sie noch vor dem Beginn des Vorhabens online über die KfW beantragen. Das gesamte Antragsverfahren ist rein elektronisch, alle notwendigen Angaben können Sie online übermitteln.
Wichtig: Sie müssen vor Beantragung der Förderung einen Lieferungs- oder Leistungsvertrag mit Ihrem Fachunternehmen abschließen. Darin ist vereinbart, dass der Vertrag erst in Kraft tritt, wenn Sie die Förderzusage erhalten.
Nach Abschluss des Vorhabens sind die Nachweise über die Erfolgte Maßnahme einzureichen. Anschließend erhalten Sie Ihren Zuschuss.
2. Regionale Fördertöpfe
Neben der Bundesförderung für effiziente Gebäude-Einzelmaßnahmen (BEG-EM) gibt es auch Förderungen auf regionaler Ebene. So vergeben einige Landesbanken zinsgünstige Kredite für energetische Sanierungen, was teilweise auch das Heizen mit erneuerbaren Energien umfasst. Die Fördermöglichkeiten reichen dabei bis runter auf kommunale Ebene.
Verpassen Sie keine Fördermöglichkeit! Hier finden Sie alle wichtigen Links zu den uns bekannten regionalen Fördertöpfen für das Sieger-, Sauerland und den Märkischen Kreis.
Fazit: So kommen Sie erfolgreich an die Wärmepumpen-Förderung
„Unterschiedlichste Ansprechpartner mit verschiedenen Programmen und differenzierten, teils sehr detaillierten Anforderungen – gar nicht so leicht, sich im Dschungel der Fördermittel für die Wärmepumpe zurechtzufinden. Wenn Sie einen ersten Überblick haben wollen, empfehlen wir Ihnen den Online-Förderrechner Wärmepumpe des Bundesverbandes Wärmepumpe.
Für eine genaue Kalkulation setzen Sie sich am besten mit einem Energieberater in Verbindung. Er kann Ihnen sagen, mit welchen Fördersummen Sie rechnen können, wie Sie diese gegebenenfalls kombinieren und welche Investitions- und Betriebskosten auf Sie zukommen. Auch die Modernisierungsberater der Volksbank Sauerland eG und die Wohnfühlberater der Volksbank in Südwestfalen eG helfen Ihnen gerne bei allen Themen rund um das Thema Immobilie.“