

Eine eigene Immobilie in Altena, Weidenau oder Lennestadt bringt viel Verantwortung und hohe Kosten mit sich. Außerdem stehen Käufer und Eigentümer häufig vor der Frage: das alte Haus abreißen oder doch lieber sanieren? In diesem Artikel beleuchten wir die Unterschiede zwischen einer Sanierung und einem Neubau und helfen Ihnen bei Ihrer Entscheidung weiter.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Profi-Meinung ist ausschlaggebend. Zuerst sollte ein Immobiliengutachter oder ein Bausachverständiger einen Blick auf das Haus werfen und eine Einschätzung abgeben. Bei einem alten Haus kann beispielsweise die Bausubstanz schon zu schlecht für eine Sanierung sein und nur noch der Abriss bleiben.
- Mehrere Aspekte spielen eine Rolle, um den Aufwand und die Kosten richtig einschätzen zu können – darunter auch Nachhaltigkeit und persönliche Präferenzen. Diese Aspekte sollten vor der Entscheidungsfindung gut durchdacht werden.
- Der Staat unterstützt energetisches Sanieren oder klimafreundliches Neubauen mit Fördermitteln. Die KfW-Förderung ist bei Hausbesitzern beliebt.
Das können Sie tun:
- Verlassen Sie sich nicht nur auf Ihre eigene Recherche oder Expertise, sondern ziehen Sie einen Bauherren zur Unterstützung heran.
- Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung Zeit und überstürzten Sie nichts. Egal ob Abriss oder Altbausanierung: Neben den Kosten spielen auch persönliche Präferenzen wie beispielsweise Ästhetik oder Wohnqualität eine wichtige Rolle.
- Ein Modernisierungsberater kann Ihnen dabei helfen, die besten Sanierungsoptionen für Ihre Immobilie zu finden und diese optimal auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen.
- Kümmern Sie sich rechtzeitig um staatliche Förderungen und achten Sie auf mögliche Fristen. Eine KfW-Förderung ist nach der Zusage zum Beispiel nur zwölf Monate gültig.
- Bedenken Sie: Es gibt kein richtig oder falsch. Sowohl sanieren als auch neu bauen bringt Vorteile und Nachteile. Schlussendlich kommt es auf Ihre individuelle Situation an.
Sanierung oder Neubau: Diese Faktoren sollten Sie beachten
Bevor Sie sich die Frage stellen, ob Sie Ihre Immobilie abreißen oder sanieren, sollten Sie sich eine professionelle Meinung einholen. Vor allem für Käufer ist es wichtig, über den Zustand des Gebäudes vor dem Kauf Bescheid zu wissen. Immobiliengutachter oder Bausachverständige können Ihnen an der Stelle weiterhelfen. Manchmal stellt sich die Frage nach einem Rundumcheck schon gar nicht mehr, wenn zum Beispiel die Bausubstanz des alten Gebäudes zum Sanieren zu schlecht ist.
Können Sie sich zwischen einer Sanierung oder einem Neubau entscheiden, sollten Sie mehrere Faktoren in Ihre Entscheidung einfließen lassen. Um Ihnen den Prozess zu erleichtern, werfen wir einen Blick auf mögliche Kriterien und stellen sie einander gegenüber. So können Sie am Ende entscheiden, was für Sie von besonderer Relevanz ist – und was nicht.
Wir betrachten nachfolgend jeweils diese Faktoren:
Kosten: Hohe Baukosten und eine Baufinanzierung wirken abschreckend – das ist ganz klar. Doch auch die große Rundumsanierung eines Altbaus kann ganz schön ins Geld gehen.
Nachhaltigkeit: Sie sollten die Klimavorteile beider Optionen kennen, ehe Sie sich entscheiden. Beachten Sie dabei Ihren Lebensstil und Ihre Prioritäten.
Förderungen: Beide Varianten werden vom Staat durch Fördermittel bezuschusst. Für Ihre Kalkulation müssen Sie über alle Möglichkeiten und Beträge Bescheid wissen.
Vorteile und Nachteile: Wie bei vielen anderen Dingen im Leben müssen Sie auch hier abwägen. Welche persönlichen Vorteile und Nachteile bringt Ihnen ein saniertes (altes) Haus vs. ein komplett neues Gebäude? Hier betrachten wir Aspekte wie Ästhetik und Wohnqualität.
Das müssen Sie zur Sanierung eines alten Hauses wissen
Sanieren ist die umfangreiche Modernisierung und Renovierung eines alten Hauses. Es werden nicht nur Schönheitsmakel ausgebessert, sondern großflächige Umbauarbeiten erledigt. Ein sanierungsbedürftiger Altbau ist meist nicht mehr zum Wohnen geeignet und manchmal sogar gesundheitsgefährdend. Die Gesundheitsgefährdung geht oft von feuchten Wänden und dadurch entstandenen Schimmel aus. Oder es kann die Gefahr bestehen, dass das Dach einstürzt. Alte Dächer bestehen auch häufig noch aus dem krebserregenden Stoff Asbest.
Nachfolgend beleuchten wir die oben genannten Faktoren in Bezug auf eine Sanierung.
Kosten einer Sanierung
Pauschal lässt sich nicht beantworten, wie viel Sie für eine Sanierung zahlen müssen. Stellen Sie sich aber in jedem Fall auf einen hohen Geldbetrag ein. Neben dem Zustand des Hauses kommt es auch auf regionale Unterschiede an. In größeren Städten sind Sanierungen in der Regel deutlich teurer als auf dem Land. Außerdem variieren die Preise für Materialien und Handwerksbetriebe.
Das meiste davon können Sie zum Glück vergleichen. Holen Sie sich mehrere Kostenvoranschläge von Handwerkern ein, ehe Sie sich entscheiden. Achten Sie dabei jedoch nicht nur auf die Preise, sondern auch auf Erfahrungsberichte anderer Personen. Unsere Wohnfühlberatung bzw. Modernisierungsberatung kann Sie dabei unterstützen, Ihre Sanierungswünsche individuell auf Ihre Bedürfnisse und Wohnvorstellungen abzustimmen. Ein Energieberater kann Sie über den Energieverbrauch und Ihre Möglichkeiten bei einer energetischen Sanierung beraten.
Was muss alles gemacht werden? Verschaffen Sie sich einen Überblick
Was ist Ihnen bei der Sanierung besonders wichtig? Machen Sie eine Prioritätenliste und überlegen gegebenenfalls auch, was Sie selbst in die Hand nehmen können. Durch Eigenleistung lassen sich Kosten senken. Diese Bestandteile müssen häufig saniert werden:
- Dach
- Fassade
- Dämmung innen und außen
- Heizung
- Elektronik
- Badezimmer
- Böden
- Türen und Fenster
- Leitungen
Je moderner und luxuriöser die Umbauten, desto teurer ist auch das Vorhaben.
Energetische Sanierungen lohnen sich
Eine Studie der Prognos AG hat im Auftrag des WWF Deutschland festgestellt, dass sich vor allem energetisches Sanieren lohnt. Wer sein Einfamilienhaus auf das neueste Energieeffizienzniveau bringen möchte, spart sich das meiste Geld. „Im unsanierten Zustand liegen die Gesamtkosten bis 2045 bei gut 89.000 Euro. Durch die Sanierung auf die Effizienzhausstandards EH70 und EH 55 sinken sie auf gut 65.000 Euro ab“, so WWF.
Doch was kostet eine (Kern)sanierung nun eigentlich? Die Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (Arge) hat die Kosten für die Sanierung eines Ein- oder Zweifamilienhauses zum Effizienzhaus 55 ermittelt:
- Ein nicht oder nur gering modernisiertes Gebäude kostet 1.060 bis 1.470 Euro pro qm
- Ein größtenteils modernisiertes Gebäude kostet 990 bis 1.400 Euro pro qm
- Ein umfassend modernisiertes Gebäude kostet 520 bis 770 Euro pro qm
Da die Studiendaten aus dem Jahr 2021 stammen, sind die Kosten heute vermutlich nochmal höher.
Zur Veranschaulichung: Gehen wir davon aus, Sie haben ein sehr altes Gebäude, das kernsaniert werden muss. Der Preis pro Quadratmeter beläuft sich auf beispielhafte 1.600 Euro und die zu renovierende Fläche umfasst 150 Quadratmeter. Dabei handelt es sich um eine übliche Hausgröße. Am Ende wären Sie bei 240.000 Euro (150 x 1.600). Doch wie ist das mit Neubauten vergleichbar? Damit beschäftigen wir uns weiter unten.
So sieht es in Sachen Nachhaltigkeit aus
Die Deutsche Umwelthilfe hat 2023 festgestellt, dass „die Sanierung eines Wohngebäudes (…) mindestens ein Drittel der CO2-Emissionen im Vergleich zu einem Neubau (spart) – in der Regel noch deutlich mehr.“ Das ergibt Sinn. Schließlich können Materialien häufig wiederverwendet werden. Es gibt weniger Neuproduktionen. Dadurch verringern sich auch die Transportkosten. Das führt dazu, dass weniger Energie für das Haus verbraucht wird. Laut dem Factsheet der Deutschen Umwelthilfe könnten 1,1 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, wenn Häuser nur noch im Ernstfall abgerissen werden würden.
Mit welchen Förderungen können Sie rechnen?
Die staatliche Förderung für energieeffiziente Gebäude läuft über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Sie gilt für Wohn- und Nichtwohngebäude in Deutschland. Über ihre Programme unterstützt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Sanierung bestehender Gebäude sowie den Einbau moderner Heizsysteme und den Anschluss an Wärmenetze. Zudem bezuschusst das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Einzelmaßnahmen an Bestandsgebäuden.
Prüfen Sie frühzeitig, welche Förderprogramme in Frage kommen und informieren Sie sich auf den Seiten von KfW und BAFA über die genauen Voraussetzungen. Ein Überblick:
KfW-Förderprogramme für energetisches Sanieren
Für energetische Sanierungen und neue Heizungen stehen verschiedene Förderprogramme der KfW zur Verfügung. Diese gibt es entweder als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, oder als zinsgünstigen Kredit. Eine besondere Variante ist der Kredit mit Tilgungszuschuss: Dabei wird ein Teil des Darlehens erlassen, sodass Sie weniger zurückzahlen müssen.
Zu den wichtigsten Programmen gehören (Stand 03.2026):
- KfW-Zuschuss 458 – Heizungsförderung für Privatpersonen: Zuschuss von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten für den Einbau einer klimafreundlichen Heizung in bestehenden Wohngebäuden.
- KfW-Kredit 261 – Wohngebäude-Kredit: Bis zu 150.000 Euro Kredit pro Wohneinheit für die energetische Sanierung oder den Kauf einer sanierten Immobilie. Je nach Effizienzstandard ist ein Tilgungszuschuss von 5 % bis 45 % möglich.
- KfW-Kredit 358/359 – Ergänzungskredit für Einzelmaßnahmen: Bis zu 120.000 Euro Kredit pro Wohneinheit, wenn bereits eine Zuschussförderung für eine energetische Maßnahme bewilligt wurde. Haushalte mit einem Jahreseinkommen bis 90.000 Euro können zusätzliche Zinsvorteile erhalten.
- KfW-Kredit 308 – Wohneigentum für Familien (Bestandserwerb): Für Familien mit Kindern, die eine bestehende Immobilie kaufen und anschließend energetisch sanieren. Möglich sind Kredite zwischen 100.000 und 150.000 Euro.
- KfW-Kredit 270 – Erneuerbare Energien: Förderung für Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel Photovoltaik, Windenergie oder Biogasanlagen – einschließlich Netzen und Speichern.
- KfW-Kredit 159 – Altersgerecht Umbauen: Förderkredit ab etwa 2,16 % effektivem Jahreszins für Maßnahmen zum Abbau von Barrieren und zur Verbesserung des Einbruchschutzes. Möglich sind bis zu 50.000 Euro Kredit pro Wohneinheit, unabhängig vom Alter der Antragsteller. Die Förderung kann auch beim Kauf bereits umgebauten Wohnraums genutzt werden.
Förderung von Einzelmaßnahmen durch das BAFA (Stand 03.2026)
Neben der KfW fördert auch das BAFA energetische Maßnahmen an bestehenden Gebäuden. Gefördert werden sogenannte Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, etwa bei Dämmung oder neuen Fenstern. Voraussetzung ist, dass der Bauantrag des Gebäudes zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt.
Gefördert werden unter anderem:
- Dämmmaßnahmen an Außenwänden, Dachflächen, Geschossdecken und Bodenflächen
- Erneuerung oder Einbau von Fenstern, Außentüren und Toren
- Sommerlicher Wärmeschutz, etwa durch außenliegende Sonnenschutzsysteme
Die Förderung beträgt 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Das Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 300 Euro. Pro Wohneinheit können in der Regel bis zu 30.000 Euro an Kosten berücksichtigt werden.
Wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist, kann ein zusätzlicher Bonus von 5 Prozent gewährt werden. Für den Förderantrag muss außerdem ein Energieeffizienz-Experte eingebunden werden.
Regionale Fördertöpfe
Verpassen Sie keine Fördermöglichkeit! Hier finden Sie alle wichtigen Links zu den uns bekannten regionalen Fördertöpfen für das Sieger-, Sauerland und den Märkischen Kreis.
Welche Vorteile und Nachteile gibt es?
Sie wissen nun über einige Aspekte rund um die Sanierung Bescheid. Doch welche Vorteile und Nachteile gibt es? Am besten werfen Sie dazu einen Blick auf die anschließende Tabelle.
Vorteile und Nachteile einer Sanierung
| Vorteile | Nachteile |
| Alte Gebäude haben meist hohe Decken und sind lichtdurchflutet. Das können Sie bei einer Sanierung erhalten. | Eine Sanierung kann viele Problemstellen beheben. Dennoch kann es sein, dass öfter Nacharbeiten stattfinden müssen. |
| Ein Altbau hat Charme und Geschichte. Sie ziehen also direkt in etwas mit Persönlichkeit ein. | Altbauten sind anfälliger für Schimmel, da sie schlechter gedämmt sind – und Dämmung nicht immer ideal nachgerüstet werden kann. |
| Vielleicht handelt es sich um das Haus eines verstorbenen Familienmitglieds. So erhalten Sie eine Erinnerung und schenken dem Gebäude gleichzeitig neues Leben. | Falls bei Ihrem Haus Denkmalschutz besteht, müssen Sie sich auf viel Bürokratie gefasst machen und sind in Ihrer Entscheidungsgewalt eingeschränkt. |
| Wenn der Zustand Ihres Hauses noch solide ist, können Sie Räume schrittweise erneuern und währenddessen dort wohnen. |
Das müssen Sie zum Neubau wissen
Wie es der Name schon sagt, handelt es sich bei einem Neubau um ein neugebautes Haus – entweder auf einem leeren Baugrundstück oder nach einem Abriss. Bei einem Neubau beginnen Sie quasi von Null. Vom ersten Stein bis zum letzten Ziegel gibt es jedoch einiges zu beachten.
Nachfolgend beleuchten wir die oben genannten Faktoren in Bezug auf einen Neubau.
Kosten eines Neubaus
Wie beim Sanieren kommt es beim Neubau ebenfalls auf die Region und die ausgewählte Baufirma an. Auch hier raten wir Ihnen zu mehreren Kostenvoranschlägen. Wählen Sie die Firma aus, die sowohl ins Budget passt als auch gute Bewertungen mitbringt.
Sie müssen bedenken, dass neben den eigentlichen Bauwerkskosten noch andere Kosten auf Sie zukommen. Dazu gehören:
- Grundstückskosten (= Grund, auf dem Ihr Haus später stehen soll)
- Erwerbskosten (zum Beispiel Grunderwerbssteuer und Grundbucheintrag)
- Baunebenkosten (= Materialien und Arbeitskräfte)
- Finanzierungskosten (= Zinsen für den Baukredit)
- ggf. Erschließungskosten (= Wasser und Strom)
- ggf. Außenanlagen-Kosten (zum Beispiel Garage)
- Abrisskosten (dazu gleich mehr)
Derzeit liegen die Baukostenpro Quadratmeter je nach Bundesland durchschnittlich zwischen 1.800 Euro und 2.900 Euro. Insgesamt sind sie hierzulande in den letzten 20 Jahren um 65 Prozent gestiegen.
So teuer ist es laut Statistischem Bundesamt in den einzelnen Bundesländern:
Baukosten pro Quadratmeter nach Bundesland
| Bundesland | Preis pro Quadratmeter |
| Bayern | 2.908 |
| Hamburg | 2.642 |
| Berlin | 2.608 |
| Baden-Württemberg | 2.558 |
| Rheinland-Pfalz | 2.376 |
| Saarland | 2.351 |
| Hessen | 2.283 |
| Sachsen | 2.194 |
| Schleswig-Holstein | 2.165 |
| Thüringen | 2.155 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 2.148 |
| Nordrhein-Westfalen | 2.128 |
| Brandenburg | 2.095 |
| Bremen | 1.924 |
| Niedersachsen | 1.895 |
| Sachsen-Anhalt | 1.887 |
Statistisches Bundesamt; LBS (Research) (Veröffentlichung: Juli 2024)
Zur Veranschaulichung: Wir betrachten zwei Personen. Eine wohnt in Sachsen-Anhalt, die andere in Bayern. Beide haben ein erschlossenes Grundstück geerbt und müssen dementsprechend nichts mehr dafür zahlen. Ihr Plan: Ein Haus mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern. Der günstigste Preis für den Neubau wären 283.050 Euro in Sachsen-Anhalt (150 x 1.887) und 436.200 Euro in Bayern (150 x 2.908). Wie Sie sehen, kommt es also stark auf die Region an. In Bayern würde sich das Sanieren eines Hauses vermutlich mehr lohnen, in Sachsen-Anhalt eher das Neubauen.
Wichtig: Vergessen Sie nicht, dass bei einem Abriss ebenfalls Kosten auf Sie zukommen – meist um die 25.000 Euro.
So sieht es in Sachen Nachhaltigkeit aus
Der Neubau kann den Altbau in Sachen Ressourcen-Schonung nicht schlagen. Ein Neubau kann zwar im Unterhalt sehr nachhaltig sein (durch eine gute Wärmedämmung, Energieeffizienz oder eine Photovoltaik-Anlage), allerdings ist das auch durch Nachrüstung am Altbau zu erreichen. Um den Umweltschutz zu fördern, können Bauherren auf natürliche Rohstoffe zurückgreifen. Natürliche Rohstoffe, die für den Hausbau verwendet werden können, sind zum Beispiel Holz, Kork oder Hanf.
Bevor Sie sich für ein möglichst natürliches Haus entscheiden, sollten Sie jedoch beachten, wie langlebig die Materialien sind und ob sie ins Budget passen. Ein Holzhaus hält sich beispielsweise nur 80 bis 100 Jahre. Ein Gebäude aus Stein oder Beton hingegen 100 bis 150 Jahre.
Mit welchen Förderungen können Sie rechnen?
Für Neubauten gibt es staatliche und regionale Fördermittel. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick.
Bei allen Förderungen gelten bestimmte Voraussetzungen. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Anforderungen, um keine Potenziale verstreichen zu lassen.
KfW-Zuschüsse für klimafreundliche Neubauten (Stand 03.2026)
Für klimafreundliche Neubauten bietet die KfW verschiedene Förderprogramme. Ziel ist es, energieeffizientes und nachhaltiges Bauen zu unterstützen. Die Förderung erfolgt in der Regel über zinsgünstige Kredite, deren Höhe davon abhängt, wie energieeffizient und nachhaltig das geplante Gebäude ist.
Zu den wichtigsten Programmen gehören:
- KfW-Kredit 296 – Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment: Förderkredit von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit für den Neubau oder Erstkauf energie- und flächeneffizienter Wohngebäude. Möglich sind Laufzeiten von bis zu 35 Jahren und eine Zinsbindung von bis zu 10 Jahren.
- KfW-Kredit 297/298 – Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude (EH 55):
Seit 16. Dezember 2025 wird der Neubau im Effizienzhaus-55-Standard (EH 55) wieder zeitlich befristet gefördert. Möglich sind zinsgünstige Kredite bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit. Voraussetzung ist unter anderem, dass das Gebäude den Effizienzhaus-55-Standard erreicht und vollständig mit erneuerbaren Energien beheizt wird, etwa über Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasse. Die Fördermittel sind begrenzt. - KfW-Kredit 300 – Wohneigentum für Familien – Neubau: Dieses Programm richtet sich an Familien mit Kindern und Alleinerziehende, die klimafreundlich bauen oder eine entsprechende Immobilie erstmals kaufen. Möglich sind Förderkredite mit sehr günstigen Zinssätzen ab etwa 0,01 % effektivem Jahreszins. Die Kredithöhe liegt – je nach Einkommen und Anzahl der Kinder – zwischen 170.000 und 270.000 Euro.
Weitere staatliche Fördermöglichkeiten (Stand 03.2026)
Neben den KfW-Programmen gibt es weitere staatliche Förderinstrumente für den Bau oder Erwerb von Wohneigentum:
- Wohn-Riester (Eigenheimrente): Eine staatlich geförderte Altersvorsorge, die den Kauf oder Bau einer selbst genutzten Immobilie unterstützt. Sparer erhalten eine Grundzulage von bis zu 175 Euro pro Jahr (bei Paaren 350 Euro) sowie zusätzliche Kinderzulagen. Ziel ist es, im Alter möglichst mietfrei zu wohnen.
- Wohnraumförderung der Bundesländer: Viele Bundesländer unterstützen den Neubau, Kauf oder die Modernisierung von Wohnraum mit zinsgünstigen Darlehen oder Zuschüssen. Die Programme richten sich vor allem an Haushalte mit niedrigem bis mittlerem Einkommen und werden über die jeweiligen Landesbanken abgewickelt.
- Wohnungsbauprämie (WoP): Der Staat fördert Bausparen mit einer Prämie von 10 Prozent auf jährliche Einzahlungen. Gefördert werden maximal 700 Euro pro Jahr für Singles bzw. 1.400 Euro für Paare. Das entspricht einer Prämie von bis zu 70 Euro bzw. 140 Euro jährlich, sofern bestimmte Einkommensgrenzen eingehalten werden und das Geld für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt wird.
Unser Tipp
Aufgrund der rasanten Änderungen im Bereich der Förderungen, empfehlen wir Ihnen den ZuschussGuide zu nutzen, damit Sie immer die aktuellsten Förderungen erhalten. Unser Wohnfühlwissen wird regelmäßig auf Aktualität geprüft und angepasst.
Welche Vorteile und Nachteile gibt es?
Nun stellt sich auch beim Neubau die Frage: Welche weiteren Vorteile und Nachteile bringt er mit sich? Im Anschluss listen wir das Pro und Contra in einer Tabelle auf.
Vorteile und Nachteile eines Neubaus
| Vorteile | Nachteile |
| Sie können selbst über die Ästhetik Ihres Hauses entscheiden und müssen sich nicht an Bestehendem orientieren. | Altbauten haben meist Charme. Neubauten können hingegen schnell eintönig oder unpersönlich wirken. |
| Die Wohnqualität kann besser sein, da alles neu gebaut und modern ist (beispielsweise Fußbodenheizung und Dämmung). | Sie haben vermutlich eine deutlich niedrigere Deckenhöhe und dadurch weniger Raumgefühl und Licht. |
| Wenn Sie das Haus irgendwann verkaufen möchten, haben Sie vermutlich einen höheren Wiederverkaufswert. | Die meisten Flächen (vor allem in der Stadt oder in Stadtnähe) sind bereits bebaut. Es könnte sein, dass Sie etwas ab vom Schuss wohnen müssen. |
| Auch bei Vermietung haben Sie einen Vorteil: Es gibt keine Mietpreisbremse. | |
| Neubauten haben in der Regel eine gute Schallisolierung. Eine laute Nachbarschaft muss Sie dann nicht stören. |
Fazit: Sanieren oder neu bauen – wann lohnt sich was?
Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten. Wer viel Geld zur Verfügung hat, dem sind Kosten vermutlich weniger wichtig als persönliche Wünsche und Bedürfnisse. Wer wenig Geld zur Verfügung hat, überlegt wahrscheinlich, wo Abstriche gemacht werden können. Eine Sanierung kann günstiger sein und sich mehr lohnen, wenn das Gebäude keine Kernsanierung braucht und viele Materialien wiederverwendet werden. Wenn es sich nun um ein Haus handelt, in dem während eines Umbaus sogar weiter gewohnt werden kann, liegt Sanieren klar vorne. So auch, wenn man in einem teuren Bundesland wie beispielsweise Bayern lebt.
Beachten Sie jedoch, dass Sie bei einem Neubau in der Regel ein paar Jahrzehnte Ruhe haben, ehe wieder etwas investiert werden muss.
Wer besonders nachhaltig sein möchte, konzentriert sich ebenfalls aufs Sanieren. Neubauten können in der Hinsicht nicht mithalten. Sie sind nicht so ressourcenschonend und verbrauchen mehr Energie. Schließlich muss alles erst neu hergestellt und an den richtigen Ort transportiert werden.
In Sachen Fördermittel sind beide Varianten empfehlenswert.
Zuletzt zeigen die Vorteile und Nachteile, dass es auf persönliche Präferenzen und Vorstellungen ankommt. Möchten Sie Charme und Geschichte sowie hohe Decken und schönen Stuck erhalten, ist ein sanierter Altbau Ihre Wahl. Wollen Sie hingegen ein modernes und schallisoliertes Haus, sollten Sie keine Baukosten scheuen. Schlussendlich kennen Sie Ihr Haus am besten – und können auf Basis des Artikels am ehesten eine Entscheidung treffen.
Häufig gestellte Fragen zu Sanierung oder Neubau
Wann rechnet sich ein Neubau finanziell?
Neubauten haben den klaren Vorteil, dass sie vermutlich die ersten Jahre oder Jahrzehnte wenig (finanziellen) Aufwand mit sich bringen. Schließlich ist das Bauprojekt noch nicht lange her und alle Bestandteile wie beispielsweise die Fassade oder das Dach sind gut in Schuss. Aus ökologischer Sicht können Sie ebenfalls davon ausgehen, dass Sie nicht so schnell energetisch nachrüsten müssen. Insgesamt kommt es jedoch auf die Kosten an. Liegen Sanierungskosten und Baukosten eng beieinander – rechnen Sie hier auch die Kosten für die Instandhaltung mit ein – kann sich ein Neubau mehr lohnen.
Welche Aspekte sind für die Entscheidung Sanierung oder Neubau wichtig?
Ob ein Bestandsgebäude saniert oder abgerissen werden soll, hängt von mehreren Faktoren ab. Die wichtigsten Aspekte sind der Zustand des Hauses und die finanziellen Möglichkeiten des Käufers oder Eigentümers. Bauherren sollten sich daher eine professionelle Meinung einholen und ihre Finanzen durchrechnen. Denn Neubauten tendieren oft dazu, teurer zu werden als eigentlich geplant. Kostenvoranschläge von verschiedenen Unternehmen und Architekten können hierbei hilfreich sein.
Ab wann ist eine Sanierung ein Neubau?
Es gibt keine klare Definition, wann ein Altbau durch eine Sanierung zum Neubau wird. Andersherum sagt man jedoch, dass ein Neubau fünf Jahre lang als solcher bezeichnet wird – oder bis eine umfassende Sanierung ansteht. Gesetz ist das aber natürlich nicht. Je größer und weitreichender die Veränderungen am alten Haus, desto eher wird es ein Neubau.
Sanieren oder neu bauen: Was ist besser fürs Klima?
Meist ist die Sanierung eines Altbaus in Sachen Nachhaltigkeit besser. Schließlich sind viele Materialien schon vorhanden und es muss nicht alles neu gebaut werden. Dadurch dass Transportkosten wegfallen, spart man Energie. Diese Möglichkeit hat jedoch nicht jeder. Klimafreundliche Neubauten sollten energieeffizient gebaut sein.
Was ist der Unterschied zwischen Umbau und Sanierung?
Bei einem Umbau geht es meist um die persönlichen Präferenzen des Käufers oder Eigentümers. Er oder sie möchte beispielsweise die Raumverteilung verändern und so mehr Platz schaffen – oder Wände einreißen für mehr Helligkeit. Gleiches gilt bei einer Renovierung. Hier werden Schönheitsmakel beseitigt oder Altmodisches durch Modernes ersetzt. Eine Sanierung hingegen ist eine Notwendigkeit, wenn das Gebäude schon in die Jahre gekommen ist und zum Beispiel dringend eine neue Dämmung oder Heizung braucht.
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