

Flächenheizungen sind etwas Tolles: Sie schaffen ein behagliches Wohngefühl und schonen gleichzeitig Geldbeutel und Umwelt. Nicht nur für Neubauten in Südwestfalen sind sie interessant, auch in älteren Gebäuden in Wilnsdorf, Lennestadt oder Plettenberg lassen sich Fußbodenheizungen nachrüsten. Heizungsprofi Ulrich Stahl gibt Tipps, worauf Sie achten müssen.
Eine elektrische Fußbodenheizung schafft Gemütlichkeit. Und nicht nur das. Sie schont in den meisten Fällen auch Geldbeutel und Umwelt, weil sie mit einer geringeren Temperatur auskommt als herkömmliche Heizkörper. Kein Wunder, dass sich viele Bauherren beim Neubau für Flächenheizungen entscheiden. Wenn Sie auch in Ihrem älteren Eigenheim nicht auf den Komfort verzichten wollen, können Sie aber auch eine Fußbodenheizung nachrüsten.
Ulrich Stahl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) gibt Tipps, worauf Sie achten müssen, wenn Sie einen Handwerker für dieses Projekt engagieren.
1. Überlegen Sie sich im Vorfeld, was Sie wollen
Wenn Sie Ihr Eigenheim mit einer Fußbodenheizung nachrüsten wollen, dann sollten Sie sich vorab mit den Optionen vertraut machen. Denn die Fußbodenheizung hat sich weiterentwickelt. „Wir sprechen heute mehr von Flächenheizungen, die sich über die ganze Fläche eines Raumes erstrecken“, sagt Stahl. „Heute werden auch zunehmend Wände und Decken genutzt. Gerade bei der Altbausanierung ist das im Trend.“
Außerdem gibt es unterschiedliche Modelle. Manche Systeme werden mit Strom betrieben, andere Heizungen funktionieren mit Wasser. Letztere haben den Vorteil, dass Sie sie im Sommer auch als Kühlsysteme nutzen können.
Überlegen Sie also: Heizt Ihr Eigenheim im Sommer schnell auf? Oder haben Sie vielleicht die Möglichkeit, den Strom für die Heizung mit einer Photovoltaik-Anlage selbst zu erzeugen?
So wichtig eine gewisse Recherche vor dem Gespräch mit dem Fachmann aber auch ist: „Ich warne davor, sich zu lange mit dem Internet zu beschäftigen und dort die ideale Lösung zu finden“, sagt Stahl. Irgendwann kommen Sie um den Profi also nicht herum.
2. Beachten Sie die Voraussetzungen für eine Flächenheizung
Bei Flächenheizungen müssen Sie einige Voraussetzungen in den Räumen beachten. Besonders dann, wenn Sie eine Fußbodenheizung nachrüsten wollen. „Es gehören viele Aspekte zu einer Flächenheizung. Auch viele, die mit der Raumgestaltung zu tun haben“, sagt Stahl. „Es ist fast schon kriminell, in einem Altbau den wunderschönen Fischgrätparkettboden zu entfernen.“ Hier würde sich alternativ anbieten, Decken- oder Wandheizungen in Erwägung zu ziehen.
Überhaupt spielt der Bodenbelag eine wichtige Rolle, wenn es um Fußbodenheizungen geht. „Der ideale Belag sind Steine, Fliesen oder Marmor.“ Denn diese Materialien haben eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Parkett oder gar dicker Teppichboden hingegen eignen sich nicht so gut.
Außerdem sollten Sie die nötige Aufbauhöhe beachten. Im Altbau wird eine Mindestaufbauhöhe von 60 Millimeter benötigt, besser sind 80 Millimeter.
Wichtig ist auch die Position des Heizkreisverteilers. Es sei heute nicht mehr nötig, alle Räume zu beheizen, sagt Stahl. Gerade ein innenliegender Flur kommt oft ohne Heizungen aus. Doch der werde oft als Standort für den Heizkreisverteiler genutzt. Das könne aber schnell zu einer Überheizung führen, weil der Flur nicht repräsentativ für die anderen Räume stehen kann.
3. Setzen Sie auf konzessionierte Fachunternehmen
Wenn Ihre Planungen vorangeschritten sind, sollten Sie sich ein geeignetes Unternehmen suchen. Allerdings ist das gar nicht so einfach. „Der Berufszweig leidet sehr unter Fachkräftemangel“, erklärt Stahl. Daher gebe es immer weniger Betriebe, die Fußbodenheizungen verlegen. Auch weil andere Bereiche für den sogenannten Anlagenmechaniker, der sich um Sanitärinstallation, Heizungen sowie Klima- und Lüftungsanlagen kümmert, oftmals lukrativer sind.
Ulrich Stahl meint: „Wenn das Fachunternehmen konzessioniert und gegebenenfalls auch noch in der Innung ist, ist das ein Zeichen dafür, dass es viel Wert auf Qualität legt.“ Diese Unternehmen finden Sie über die Verbands-Webseite des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) oder über die Mitgliedersuche des BVF.
4. Fußbodenheizung nachrüsten: Kein Auftrag ohne Begehung
Ulrich Stahl rät davon ab, Komplettanbieter zu engagieren. Deren Online-Angebote – ohne vorherige Begehung der Räume – seien oftmals unseriös. „Vor Jahren sind die Hersteller mit kompletten Systemen gestartet, da gab es alles im Systemverbund. Heute aber bestehen die Systeme aus einzelnen Komponenten, die zusammenpassen müssen“, erklärt Stahl. Ohne sich die Situation vor Ort anzusehen, funktioniere das aber nicht.
„Der Handwerker muss viele Berechnungen machen“, sagt Stahl. „Da geht es um die Heizlastberechnung, den Rohrabstand, den Standort des Heizkreisverteilers, die Berücksichtigung von großen Fensterflächen und um vieles mehr. Auch die Wünsche bei der Möblierung spielen eine Rolle.“
Ein seriöses Angebot ließe sich erst dann machen, wenn all diese Gegebenheiten vor Ort begutachtet und berechnet worden sind.
5. Ein Gespräch kann sehr aufschlussreich sein
Schon bei den ersten Gesprächen mit einem Fachmann können Sie feststellen, wie professionell der Betrieb ist und ob Sie ihn beauftragen sollten. „Man merkt beim Gespräch mit dem Fachmann relativ schnell, ob jemand begeistert ist oder nicht“, sagt Stahl.
Da sich die meisten Betriebe nicht nur auf das Verlegen von Fußbodenheizungen spezialisiert haben, kann es durchaus sein, dass Sie ein Handwerker von Ihrem Vorhaben abbringen will. „Wenn der Fachmann das Argument bringt, dass die Heizkörper an der Wand leichter und günstiger zu erneuern wären, dann würde ich die Finger von ihm lassen“, rät Stahl. Denn das stimme so nicht.
6. Ein fundiertes Angebot für die Flächenheizung ist sehr umfangreich
Wenn die ersten Kontakte mit einem Betrieb positiv waren, dann können Sie sich ein Angebot erstellen lassen. Und auch daran, wie das gestaltet ist, erkennen Sie den Profi. Denn ein fundiertes Angebot enthält alle Posten und alle Materialien inklusive Hersteller – angefangen von der Folie, die als erstes auf dem Untergrund aufgelegt wird.
„Es ist eine Vielzahl an Positionen, die da hinein gehören. Wenn nur ein Betrag unten rechts auftaucht, ist das Angebot nicht seriös“, sagt Ulrich Stahl.
Außerdem rät er dazu, sich mehrere Angebote einzuholen. Und das aber auch den Betrieben mitzuteilen, auch wenn die das vielleicht nicht gerne hören würden – alles andere wäre unfair.
7. Bieten Sie sich dem Fachmann als Kooperationspartner an
Klar, das Verlegen einer Flächenheizung ist aufwendig und verursacht Dreck und Staub. In einer bewohnten Wohnung ist das kaum möglich. Handelt es sich um eine Fußbodenheizung, dann ist es unausweichlich, dass Sie für die Dauer der Arbeiten aus der Wohnung ausziehen. Wenn es um eine Wand- oder Deckenheizung geht, können Sie eventuell in der Wohnung bleiben.
Um die Bauarbeiten zu beschleunigen und Kosten zu sparen, können Sie sich dem Betrieb auch als Kooperationspartner anbieten. „Der Bauherr kann dann einfache Aufgaben übernehmen, wie die Schüttung. So kann sich der Kunde etwas Geld sparen und es geht möglicherweise schneller“, sagt Stahl. Von dieser Konstellation hätten beide Seiten etwas. Wichtig sei jedoch, dass diese Zusammenarbeit vor der Erstellung des konkreten Angebots festgelegt wird.
Individuelle Modernisierungsberatung: So finden Sie die beste Lösung für Ihre neue Fußbodenheizung
Die Entscheidung für eine Fußbodenheizung ist immer eine Investition – in Komfort, Energieeffizienz und den Wert Ihrer Immobilie. Doch welche Nachrüstmethode eignet sich für Ihre Räume? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Und wie vermeiden Sie teure Fehlplanungen?
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