Dachboden dämmen

Dachboden dämmen

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Dachboden dämmen im Siegerland, Sauerland und Märkischen Kreis: So geht’s richtig, so viel kostet es

In vielen Fällen ist die Dämmung der obersten Geschossdecke gesetzlich vorgeschrieben. Aber auch wenn Sie von dieser Pflicht nicht betroffen sind, ist den Dachboden dämmen eine gute Idee. 

Diese Maßnahme ist nicht nur eine der effizientesten Dämmmaßnahmen in Wohngebäuden. Sie ist auch mit vergleichsweise wenig Aufwand und geringen Kosten verbunden. Geschickte Heimwerker in Hilchenbach, Meinerzhagen und Lennestadt können dabei sogar selbst Hand anlegen.

Warum ist Dachboden dämmen sinnvoll?

Wärme steigt bekanntermaßen nach oben. Deshalb ist es so wichtig, das Dach zu dämmen. Wenn die Räume im Dachgeschoss nicht beheizt sind und auch auf absehbare Zeit nicht bewohnt werden, müssen Sie nicht die Dachflächen dämmen

Damit würden Sie zwar erreichen, dass die Heizenergie nicht aus dem Gebäude entweicht. Sie würden jedoch den Dachraum unnötig mit Wärme versorgen. 

Viel sinnvoller ist, die oberste Geschossdecke mit einem guten Wärmeschutz zu versehen. Der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online zufolge spart das etwa acht Prozent Heizenergie. 

Diese Maßnahme ist außerdem wesentlich günstiger als die Dämmung der Dachschrägen: Die zu dämmende Fläche ist deutlich geringer. Im ungenutzten Raum steht viel Platz zur Verfügung, so dass ein preiswerterer Dämmstoff in einer größeren Dicke verwendet werden kann.

Sie interessieren sich auch für andere Dämmarten? Hier können Sie sich zur Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung informieren.  

Wann sind Eigentümer gesetzlich verpflichtet, den Dachboden zu dämmen?

Eigentümer von Wohngebäuden, die jährlich vier Monate oder länger auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt sind, müssen die oberste Geschossdecke zum unbeheizten Dachraum dämmen. Diese Nachrüstpflicht ist im Gebäudeenergiegesetz (GEG § 47) verankert. Mit der Dämmung muss ein U-Wert von maximal 0,24 W/(m2K) erzielt werden. 

Eine Ausnahme gilt für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, wenn sie selbst seit mindestens 1. Februar 2022 im Gebäude wohnen. Wird das Haus verkauft, hat der neue Eigentümer zwei Jahre Zeit für die nachträgliche Dämmung des Dachbodens.

Welche Verfahren kommen zum Dachboden dämmen in Frage?

Prinzipiell gibt es drei unterschiedliche Dämmmethoden. Welche davon für Ihr Haus optimal ist, richtet sich nach dem Aufbau der Decke, der künftigen Nutzung des Dachbodens und den Kosten. Hier kommen alle Infos zu den Verfahren inklusive Vor- und Nachteilen:

Aufdeckendämmung

Auf den Dachboden kommt wird das Dämmmaterial in Form von druckstabilen Platten und – bei Bedarf – eine begehbare Schicht, zum Beispiel aus OSB-Platten, gelegt. Einzelne Hersteller bieten Verbundplatten an. 

Denkbar ist auch, auf dem Dachboden mit Hilfe von Holzbalken eine Unterkonstruktion zu errichten, die entstandenen Fächer mit Matten oder einer Schüttdämmung zu füllen und Laufstege auf der Unterkonstruktion zu befestigen. 

Es ist sogar möglich, eine Einblasdämmung lose auf der Geschossdecke zu verteilen. Dann ist sie natürlich nicht mehr begehbar.  

Kosten der Aufdeckendämmung: Die Kosten für eine nicht begehbare Aufdeckendämmung betragen etwa 25 bis 50 Euro pro Quadratmeter, für eine begehbare Ausführung ab circa 75 Euro pro Quadratmeter. 

Vorteile der Aufdeckdendämmung

  • Dieses Verfahren ist für Heimwerker mit etwas Geschick und dem richtigen Werkzeug gut umsetzbar. Das reduziert die Kosten.
  • Sämtliche Arbeiten finden außerhalb der Wohnräume statt.

Nachteile der Aufdeckendämmung

  • Die Aufbauhöhe verringert die Raumhöhe.

Zwischendeckendämmung

Für eine Holzbalkendecke bietet es sich an, lose Flocken, zum Beispiel aus Zellulose oder Steinwolle, in den Hohlraum einzublasen. Alternativ kann der Bodenbelag aufgenommen, eine Schüttung beispielsweise aus Blähton oder EPS-Granulat eingebracht und der Belag wieder montiert werden. 

Kosten der Zwischendeckendämmung: Für eine Zwischendeckendämmung müssen Sie mit Kosten zwischen 35 und 80 Euro pro Quadratmeter rechnen. 

Vorteile der Zwischendeckendämmung

  • Die Raumhöhe bleibt erhalten.
  • Ein zusätzlicher begehbarer Belag ist nicht erforderlich.
  • Sämtliche Arbeiten finden außerhalb der Wohnräume statt.

Nachteile der Zwischendeckendämmung

  • Der Aufwand ist höher als bei der Aufdeckendämmung.
  • Einblasdämmstoffe müssen mit speziellen Maschinen eingebracht werden. Sie brauchen also eine Fachfirma.

Sowohl bei der Auf- als auch bei der Zwischendeckendämmung müssen die Materialien und deren Reihenfolge so aufeinander abgestimmt sein, dass sich keine Feuchtigkeit ansammelt. Sonst sind Bauschäden und Schimmel vorprogrammiert. Ob und wo eine Dampfbremse erforderlich ist, richtet sich nach dem Aufbau der Geschossdecke. Mit einem Energieberater sind Sie auf der sicheren Seite. 

Unterdeckendämmung

Sie können die Dämmung auch von unten an der Geschossdecke anbringen, also von der Wohnraumseite. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

In aller Regel wird eine Längslattung angebracht oder die Decke in Trockenbauweise abgehängt. Die Dämmung kommt dann zwischen die Latten beziehungsweise in den künstlichen Hohlraum. Eine Dampfbremse auf der sogenannten Warmseite der Dämmschicht sorgt dafür, dass keine Feuchte in das Dämmmaterial gelangen kann. Den raumseitigen Abschluss bilden meist Gipskartonplatten.

Kosten für die Unterdeckendämmung: Die Kosten einer Unterdeckendämmung sind mit 70 bis 120 Euro pro Quadratmeter höher als die beiden anderen Konstruktionsweisen. 

Vorteile der Unterdeckdämmung

  • Die Wohnraumdecke ist gut erreichbar.
  • Die Dämmung kann einfach angebracht werden.

Nachteile der Unterdeckendämmung

  • Sie brauchen aus optischen Gründen eine nachträgliche Verkleidung.
  • An den Übergängen zwischen Raumdecke und –wänden können leicht Wärmebrücken entstehen.
  • Die Höhe des Wohnraums reduziert sich um die Dämmebene.
  • Während den Dämmarbeiten ist der Wohnkomfort deutlich beeinträchtigt.

Was ist bei der Planung eines Dachbodenausbaus zu bedenken?

Wenn der Dachbodenausbau bereits feststeht, ist es durchaus eine Überlegung wert, gleich die Dachhaut entsprechend vorzubereiten, Fenster einzubauen und die Dachschrägen zu dämmen. Denn sobald der Raum bewohnt ist, ist dieser Wärmeschutz der entscheidende und eine Dämmung der Geschossdecke nicht notwendig. 

Sind die Planungen noch sehr vage, kann es durchaus sinnvoll sein, als ersten Schritt die Geschossdecke zu dämmen. Dabei sollten Sie jedoch berücksichtigen, dass die künftige Nutzung als Wohnraum andere und zusätzliche Anforderungen an den Fußbodenaufbau stellt. Beispielsweise brauchen Sie auf jeden Fall eine Trittschalldämmung.

Wenn Sie über einen Dachausbau nachdenken, sollten Sie mit einem Energieberater oder einem anderen Experten besprechen, wie die Dämmung der obersten Geschossdecke in diesem Fall optimal und kostengünstig konstruiert wird.

Wie wird die Dachbodendämmung gefördert?

Sie können staatliche Fördermittel für die Dämmung der obersten Geschossdecke erhalten, wenn Ihr Dachraum unbeheizt ist und Sie nicht nach dem Gebäudeenergiesetz zur Dämmung verpflichtet sind. Die Dachbodendämmung gilt dann als förderfähige Einzelmaßnahme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). 

Wenn Sie mindestens 2.000 Euro investieren, bekommen Sie einen Zuschuss in Höhe von 15 Prozent. Wurde die Geschossdeckendämmung in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) empfohlen, kommt ein Bonus in Höhe von fünf Prozentpunkten oben drauf (Stand: Januar 2023). Die förderfähigen Kosten sind auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Kalenderjahr gedeckelt. 

Für die Abwicklung der BEG-EM ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zuständig. Für die Antragsstellung müssen Sie einen Energieeffizienz-Experten (EEE) einbinden.

Was ist bei der Förderung von Eigenleistung zu beachten?

Seit 1. Januar 2023 gibt es im Rahmen desselben Förderprogramms auch Zuschüsse für Eigenleistungen. Dafür gelten dieselben Förderbedingungen wie bei Durchführung durch einen Fachbetrieb. Sie bekommen also einen Zuschuss in Höhe von 15 Prozent. 

Gefördert werden ausschließlich direkt mit der Geschossdeckendämmung verbundene Materialkosten. Materialien zur Umsetzung von Umfeldmaßnahmen sind nicht förderfähig. 

Beim Einkauf der Materialien müssen Sie gut aufpassen: Die Rechnungen müssen den Namen des Antragstellers ausweisen, in deutscher Sprache ausgefertigt sein und dürfen ausschließlich förderfähige Posten enthalten. 

Ein dafür beim BAFA zugelassener Energieeffizienz-Experte oder ein berechtigtes Fachunternehmen muss mit dem Verwendungsnachweis die fachgerechte Durchführung und die korrekte Angabe der Materialkosten bestätigen. 

Wie sieht die Förderung der Dachbodendämmung bei der Sanierung zum Effizienzhaus aus?

Für die Sanierung zum Effizienzhaus können Sie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss erhalten. Den gibt es jedoch nicht für Einzelmaßnahmen, sondern nur für das Gesamtpaket an Maßnahmen, durch die Sie einen Effizienzhausstandard erreichen. Die Kosten für die Dämmung der obersten Geschossdecke können Sie im Rahmen eines solchen Paketes anrechnen. 

Fazit: Lohnt sich das Dachboden dämmen? 

Den Dachboden zu dämmen ist eine einfache und preiswerte Alternative zur aufwändigen und teuren Dachdämmung. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus lassen sich die jährlichen Heizkosten damit um acht Prozent verringern, so co2online. Die Maßnahme lohnt sich also auf jeden Fall, zumal sie staatlich bezuschusst wird. 

Regionale Fördertöpfe

Verpassen Sie keine Fördermöglichkeit! Hier finden Sie alle wichtigen Links zu den uns bekannten regionalen Fördertöpfen für das Sieger-, Sauerland und den Märkischen Kreis.

FAQs zum Thema Dachboden dämmen

Welche Dachbodendämmung ist die beste?

Die Unterdeckendämmung ist aufgrund des hohen Aufwandes, der hohen Kosten und des Eingriffs in den Wohnraum wenig gebräuchlich. Sie kann jedoch eine gute Option in einem Altbau mit hohen Wohnräumen und einem schwer zugänglichen oder sehr niedrigen Dachraum sein. 

Eine Zwischendeckendämmung setzt eine Holzbalkendecke voraus. Auf einer massiven Betongeschossdecke bleibt nur die Aufdeckendämmung in den oben dargestellten unterschiedlichen Ausführungen. 

Falls Sie die Wahl haben zwischen einer Zwischen- und einer Aufdeckendämmung ist die künftige Raumnutzung ein wichtiges Kriterium: Mit einer Zwischendeckendämmung bleibt die volle Raumhöhe erhalten. Das erhöht die Flexibilität in der Nutzung.

Der Dachraum ist ohnehin recht hoch und Sie wissen noch nicht genau, wie umfangreich Sie ihn als Abstellraum überhaupt nutzen wollen? Dann können Sie mit der einfachsten Variante anfangen und erstmal Dämmplatten auslegen, vielleicht noch einzelne Laufflächen mit OSB-Platten ausstatten. Wenn Sie später eine größere begehbare Fläche benötigen, können Sie nachrüsten. 

Welche Dämmstoffe eignen sich für die oberste Geschossdecke?

Mit der Entscheidung für eine bestimmte Konstruktionsweise verringert sich die Auswahl unter den Dämmstoffen

Für die Aufdeckendämmung eignen sich Platten aus EPS, Polyurethan oder Mineralschaum sowie Matten aus Mineralwolle. Auch Holzfaserweichplatten kommen in Frage. 

Als Zwischendecke in vorhandenen Hohlräumen oder auch in einer neu errichteten Tragekonstruktion oder der vorhandenen Geschossdecke lassen sich weiche Matten oder Filze aus Mineralwolle, Hanffaser oder Stroh gut einpassen. Alternativ werden die Fächer mit einer Schüttung aus EPS-Granulat oder Blähton oder einer Einblasdämmung aus Mineralwollflocken, Zellulose oder Hanf gefüllt.

Für die Unterdeckendämmung wird entweder eine Trockenbaudecke als Plattendecke angebracht oder eine Längslattung unter die Decke geschraubt. In den Zwischenraum kommen in aller Regel elastische Faserdämmstoffe wie Stein- oder Glaswolle. Auch eine Einblasdämmung etwa mit Zelluloseflocken ist möglich.

Wie dick muss der Dämmstoff auf dem Dachboden sein? 

Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für die Dämmung der obersten Geschossdecke zum unbeheizten Dachraum einen U-Wert von 0,24 W/(m2K) vor. Wenn Sie Fördermittel nutzen wollen, sind die Anforderungen höher. Dann darf der U-Wert maximal 0,14 W/(m2K) betragen. 

Wie dick der Dämmstoff sein muss, um diesen Wert zu erreichen, hängt von zwei Faktoren ab:

  • der Konstruktion der Geschossdecke, also dem bisherigen U-Wert des Bauteils
  • der Wärmeleitfähigkeit des gewählten Dämmmaterials

Generell gilt: Je geringer die Wärmeleitfähigkeit des Materials ist, umso dünner darf die Dämmschicht ausfallen. 

Zwei Beispiele: Eine typische massive Betondecke hat einen U-Wert von 2,1 W/(m2K). Um den gesetzlich vorgegebenen Wert einzuhalten, müssen Steinwollmatten (WLG 040) in einer Dicke von 15 Zentimeter oder EPS-Platten (WLG 035) in einer Dicke von 13 Zentimetern aufgebracht werden. 

Das sind jedoch nur grobe Richtwerte. Im Einzelfall muss die Dämmstoffdicke errechnet werden. Hier sollten Sie einen Energieberater hinzuziehen. 

Viele gängige Dämmstoffe wie Mineralfaser oder Styrodur gibt es in mehreren, unterschiedlich effizienten Varianten. Und nicht immer gibt es exakt die Dicke, die rechnerisch notwendig wäre. 

Anders als etwa bei der Fassade, wo Bauteilanschlüsse erhalten werden sollen und es oft auf jeden Zentimeter ankommt, sind Sie bei der Geschossdeckendämmung deutlich flexibler. Sie können einen günstigeren Dämmstoff nehmen und den dicker aufbringen. 

Oder Sie entscheiden sich für Platten und verlegen sie in zwei versetzten Schichten. Damit verringern Sie Verluste durch die Fugen zwischen den Platten.

Ist Dachboden dämmen in Eigenleistung möglich?

Geschickte Heimwerker mit Sachkenntnis und dem richtigen Werkzeug können beispielsweise eine Aufdeckendämmung einer Betondecke selbst übernehmen. Die Eigenleistung verringert die Kosten deutlich. Und für das Material können Sie seit Anfang 2023 sogar Fördermittel erhalten. 

Die Dämmung ist allerdings immer nur so gut wie ihre schwächste Stelle. Deshalb ist die lückenlose Verlegung wichtig. Platten kommen Stoß an Stoß oder – besser noch – zweilagig und versetzt zueinander. 

Der Kamin oder andere Bauteile, die durch die Dämmung verlaufen, bilden Wärmebrücken. Diesen Effekt können Sie verringern, in dem Sie an den Flanken des Kamins ein Stück in die Höhe dämmen. 

Und nicht vergessen: Auch der Zugang zum Dachgeschoss – also meist der Lukendeckel der Dachbodentreppe – muss gedämmt werden.   

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