Hybridheizung

Hybridheizung

© iStock/ Getty Images Plus/ michal-rojek

Hybridheizung

Fossile und erneuerbare Energien schlau nutzen

In einer Hybridheizung arbeiten Heiztechniken mit verschiedenen Energieträgern zusammen. Sie vereinen zwei eigentlich fast unvereinbare Dinge – nämlich die Erzeugung von Wärme über eine Kombination von fossilen und erneuerbaren Energien.

Sie leben in Südwestfalen und sind an einer Hybridheizung interessiert? Dann sind Sie hier genau richtig! In unserem Artikel erfahren Sie, welche Kombi-Möglichkeiten es gibt und welche Vorteile und Nachteile eine Hybridheizung mit sich bringt.

Was ist eine Gas-Hybridheizung?

Eine Gas-Hybridheizung kombiniert Erdgas als herkömmlichen Energieträger mit Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Holzheizung, eine Wärmepumpe oder eine Solarthermie handeln. Bei einer Gas-Hybridheizung tragen also zwei Systeme zur Bewältigung der Heizlast bei.

Durch die Kombination fossiler und erneuerbarer Energien lassen sich die Vorteile verschiedener Systeme effizient verbinden. Während erneuerbare Energien für niedrige Heizkosten und eine gute Klimabilanz sorgen, gewährleistet eine konventionelle Gas- oder auch Ölheizung Sicherheit und Komfort.

Auch wenn aus Gründen des Klimaschutzes fast alles für die erneuerbaren Energien spricht, stehen dem doch auch Nachteile gegenüber. Denn mit Sonnenenergie allein lässt sich die benötigte Wärme zum Heizen beispielsweise nicht bereitstellen. Und Wärmepumpen verlieren gerade dann an Effizienz, wenn es besonders kalt ist.

Wie funktioniert eine Hybridheizung?

Wie ein Hybridauto mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb kombiniert eine Hybridheizung mehrere Energieträger wie Gas, Öl, Holz oder erneuerbare Energien und nutzt die Vorteile von beiden, um möglichst komfortabel, kostengünstig und klimafreundlich zu heizen. Werden zwei Energieträger in einem System genutzt (zum Beispiel Gas und Solar), spricht man von einer bivalenten Heizung; bei mehr als zwei Energieträgern von einer Multivalenten.

Die Hybridheizung wählt je nach Situation und Bedarf selbstständig die passende Wärmequelle. Demzufolge kommt die Wärme zum Beispiel mal vollständig von der Solarthermie auf dem Dach, mal allein aus dem Heizkessel oder auch aus beiden Quellen gleichzeitig. Deshalb gilt: Je besser dieses gesteuerte Zusammenspiel funktioniert, umso mehr Heizkosten und CO₂-Emissionen lassen sich sparen. Darum ist eine gute und vor allem richtig eingestellte Regelung für die Effizienz eines Hybridheizsystems von entscheidender Bedeutung.

Bei Hybridheizgeräten, die mehrere Energieerzeuger in einer platzsparenden Einheit zusammenfassen, ist eine solche intelligente Regelung bereits integriert. Infolgedessen sorgt sie dafür, dass automatisch die optimale Energiequelle beziehungsweise die beste Kombination zum Einsatz kommt.

Die 4 wichtigsten Kombinationen bei einer Hybridheizung

Kurz gesagt ist grundsätzlich jede Kombination aus Umweltwärme (Wärmepumpe), Solarthermie, Holz, Gas, Öl und Strom möglich. Aber ökonomisch und ökologisch sinnvoll und in der Praxis für Eigenheimbesitzer im Sieger-, Sauerland und Märkischen Kreis relevant sind im Wesentlichen diese vier:

Hybridheizungs-Kombi 1: Gas-/Ölkessel + Solarwärme

Bei der Installation neuer Gas- oder Ölheizungen mit Brennwerttechnik ist die Kombination mit einer thermischen Solaranlage fast schon die Regel. Im Grunde genommen ist es die einfachste und am weitesten verbreitete Einbindung erneuerbarer Energien in die Wärmeversorgung.

Solarkollektoren auf dem Dach wandeln Sonnenenergie in Wärme um. Die lässt sich zur Trinkwassererwärmung und – bei größeren Anlagen – auch zur Heizungsunterstützung nutzen. In den Sommermonaten versorgt die Solarthermie den Haushalt oft allein mit Warmwasser. Reicht die Sonneneinstrahlung nicht mehr aus, übernimmt die Gasheizung der Hybridheizung. Nach dem gleichen Prinzip lässt sich eine thermische Solaranlage auch mit einer Pelletheizung kombinieren.

Hybridheizungs-Kombi 2: Gaskessel/Ölkessel + Kaminofen

Was die Solarthermie im Sommer ist, ist ein Kaminofen im Winter. Denn ein mit Scheitholz oder Pellets betriebener Kaminofen sorgt nicht nur für wohlige Gemütlichkeit, sondern kann auch erneuerbare Wärme für das Heizsystem liefern. Dafür müssen die Öfen mit einer Wassertasche ausgerüstet sein, über die sie ihre Wärme auch an den Pufferspeicher des Heizsystems abgeben können.

Hybridheizungs-Kombi 3: Wärmepumpe + Gaskessel/Ölkessel

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltenergie, die in Luft, Erde oder Grundwasser gespeichert ist, für die Heizung und Warmwasserbereitung. Dafür wird Strom als Antriebsenergie benötigt. Die am weitesten verbreitete, weil günstigste Variante, sind Luft-Wärmepumpen, die ihre Wärme direkt aus der Umgebungsluft gewinnen. Sie trägt bei bivalenten Wärmepumpen-Systemen die Grundlast der Wärmeversorgung. Hingegen übernimmt die Gas-Brennwertheizung erst, wenn es für die Luft-Wärmepumpe draußen zu kalt ist, um effizient zu arbeiten.

Bei einer Hybridheizung mit der Kombination aus Öl oder Gas und Wärmepumpe gibt es für die Regelung meist verschiedene Optionen. Dabei kann das System entweder die wirtschaftlichste Wärmequelle nutzen (geringste Verbrauchskosten) oder möglichst viel CO₂ einsparen. Oder ab einer gewissen Außentemperatur die vorher definierte Wärmequelle einsetzen.

Hybridheizungs-Kombi 4: Power-to-Heat

Mit dem Begriff Power-to-Heat bezeichnet man die Umwandlung von Strom in Wärme. Zu den Hybridheizungen zählt das Prinzip, wenn überschüssiger Strom aus einer Photovoltaikanlage zur Unterstützung der Heizung genutzt wird. Dafür gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten.

Zum einen kann eine Wärmepumpe mit Strom direkt aus der Photovoltaikanlage oder aus einem Batteriespeicher geladen werden. Bei anderen Heizsystemen lässt sich der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms aus der Photovoltaikanlage durch die Anbindung eines Heizstabes im Warmwasser- oder Pufferspeicher einfach steigern.

Falls ein Überschuss an selbst produziertem Strom besteht, kann das Brauch- oder Heizungswasser über einen Heizstab zusätzlich direkt elektrisch erwärmt werden. Dies kann insbesondere im Sommer lohnend sein, damit die Erwärmung des Brauchwassers nicht über den Öl- oder Gaskessel erfolgen muss.

Wann lohnt sich eine Hybridheizung?

Hybridheizungen lohnen sich besonders in typischen Altbauten mit bereits vorhandener Gasheizung, die für den reinen Wärmepumpen-Betrieb nicht geeignet sind. Durch eine Kombination von Gas und Wärmepumpe können bestehende Gasheizungen wirtschaftlich weiter betrieben werden. In energetisch sanierten oder neu gebauten Häusern ist hingegen die Wärmepumpenheizung die bessere Wahl. 

Für wen lohnt sich eine Gas-Hybridheizung?

Diese Frage hängt besonders von den Bedingungen der Immobilie ab. Vor allem in unsanierten Altbauten sind oft hohe Systemtemperaturen nötig, um alle Räume zu beheizen. Das schwächt den Brennwertnutzen und führt in der Wärmepumpenanlage zu hohen Kosten. Denn je höher der Temperaturunterschied zwischen Umweltenergiequelle und Heizsystem ist, desto mehr Strom wird verbraucht. Werden im Winter durch geringe Dämmung und kleine Heizflächen sehr hohe Vorlauftemperaturen benötigt, ist die Gas-Hybridheizung eine sinnvolle Alternative. Denn die Gasbrennwerttechnik ersetzt die Wärmepumpe dabei automatisch immer dann, wenn die Heizkosten zu stark ansteigen würden.

Was kostet eine Hybridheizung?

Wie teuer eine Hybridheizung ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Um welche Variante handelt es sich? Geht es um einen Neubau oder um eine Bestandsnachrüstung? Und wie groß ist der Wärmebedarf in dem Gebäude?

Für den Einbau einer kompakten Hybridheizung, die viele Hersteller heute als Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe und Öl– oder Gas-Brennwertheizung anbieten, fallen je nach Hersteller Kosten von 15.000 bis 30.000 Euro an. Dabei handelt es sich nur um grobe Richtwerte, denn die Kosten für eine Hybridheizung hängen stark von den gewählten Wärmeerzeugern, der Region, dem Hersteller und Dienstleister ab. 

Bei einer Gas-Hybridheizung mit Wärmepumpe liegen die Kosten in einer groben Spanne von 20.000 Euro bis 30.000 Euro.

Hybride Heizung: Pufferspeicher rechtzeitig mit einplanen

Der Pufferspeicher spielt innerhalb einer Hybridheizung eine zentrale Rolle: Er nimmt die von den verschiedenen Wärmeerzeugern gelieferte Wärme auf und speichert sie für die spätere Nutzung. Soweit Sie sich die Option für die Einbindung von erneuerbaren Energiequellen ins Heizsystem offenhalten möchten, sollten Sie daher von Anfang an einen entsprechend dimensionierten Pufferspeicher installieren.

Hybridheizung: Die Vorteile und Nachteile

Hier noch mal die Vorteile einer Hybridheizung zusammengefasst:

  • Umweltschonend: Durch die Einbindung von erneuerbaren Energien sinkt die CO₂-Belastung.
  • Aufrüst- und erweiterbar: Hybridheizungen gelten als modulares System, das sich – klug geplant – auch später noch erweitern lässt.
  • Unabhängig: Die Kombination verschiedener Wärmequellen macht unabhängiger von der Preisentwicklung nur eines Energieträgers.

Bei allen Vorteilen haben Hybridheizungen auch Nachteile:

  • Kostspieliger: Die Kombination verschiedener Technologien macht Hybridheizungen in der Anschaffung deutlich teurer als Einzelsysteme.
  • Anfälliger: Mehrere kombinierte Systeme sind anfälliger für Fehler.
  • Wartungsintensiver: Spezielle Systeme verlangen für die Wartung auch Spezialisten. Nicht jeder Heizungstechniker kennt sich damit aus.

Welche Hybridheizung ist die beste?

Diese Frage hängt ganz von den jeweiligen Bedingungen der Immobilie und den Wünschen der Besitzer ab. Aus rein ökologischer Sicht ist eine Hybridheizung, die ausschließlich erneuerbare Energien miteinander vereint, die beste Wahl. Dafür gibt es auch die attraktivsten Fördermöglichkeiten. 

Hybridheizung 2024: Einbau und Förderung – was ist erlaubt?

Mit der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes wurden auch die Vorgaben für den Einbau und die Förderung von Hybridheizungen verschärft. Denn grundsätzlich gilt für den Einbau einer neuen Heizung ab dem 01.01.2024, dass sie zu 65 Prozent Wärme aus erneuerbaren Energien liefern muss.

Demnach dürfen ab diesem Zeitpunkt nur noch folgende Hybridheizungen eingebaut werden: 

  • Wärmepumpen-Hybridheizung mit einem Brennwert-Spitzenlastkessel (Gas oder Flüssigbrennstoff): Dabei muss der Heizlastanteil der Wärmepumpe mindestens 30 Prozent betragen.
  • Solarthermie in Kombination mit einem anderen Wärmeerzeuger, der erneuerbare Energien nutzt

Gefördert wird dabei jeweils die EE-Heizung, bei der Kombination Gasheizung/Wärmepumpe also nur die Wärmepumpe. Das können aber bis zu 40 Prozent an Fördergeldern sein.


Logo Wohnen in Südwestfalen

Unsere Empfehlung für Sie

„Eine Hybridheizung anzuschaffen, lohnt sich besonders in Gebäuden mit niedrigem Energiebedarf und groß ausgelegten Heizflächen. Nichtsdestotrotz bleibt jedes Haus einzigartig und benötigt somit entsprechende eigene Lösungsansätze. Daher ist unser Rat: Nehmen Sie unbedingt eine individuelle Beratung durch einen Spezialisten in Anspruch.“

– Wohnen in Südwestfalen-

Das könnte Sie auch interessieren:

Solarthermie

PV-Basics: So geht’s!

Marina Leers

16. Februar 2024