Kellerdecke dämmen in Südwestfalen

Kellerdecke dämmen in Südwestfalen
Mann, thermische Dach Dämmschicht installieren - mit Mineralwolle-Platten. Dachboden Renovierung und Dämmung Konzept
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Kellerdecke dämmen in Südwestfalen: Material und Kosten für eine gute Kellerdeckendämmung

Ist der Keller im Siegerland, Sauerland oder Märkischen Kreis unbeheizt, dann bekommt man im Erdgeschoss schnell kalte Füße. Eine Kellerdeckendämmung kann das Problem lösen. Lesen Sie hier, welche Dämmmaterialien sich dafür eignen und was Sie beachten müssen, wenn Sie Ihre Kellerdecke in Geisweid, Hüsten oder Meinerzhagen selbst dämmen wollen.

Ein gut gedämmter Keller hat viele Vorteile. Sie erhöhen damit den Wohnkomfort – Schluss mit kalten Füßen! – und senken zugleich die Energiekosten. Und im Gegensatz zur Dachdämmung können Sie sich mit etwas Geschick sogar selbst ans Projekt Kellerisolierung wagen. Wir erklären Ihnen, was Sie wissen müssen. Damit sich die Maßnahme lohnt, ist nämlich das richtige Dämmmaterial entscheidend.

Wann ist es sinnvoll, die Kellerdecke zu dämmen?

Der Keller ist ein häufig unterschätztes Wärmeleck. Besonders, wenn die Kellerräume ungeheizt sind, dringt beständig Kälte in die darüber liegenden Räume. Damit Sie nicht frieren müssen, drehen Sie die Heizung auf. Das treibt Ihren Energieverbrauch und die Heizkosten unnötig in die Höhe. Deshalb kann es sinnvoll sein, einen ungedämmten Keller nachträglich zu isolieren, auch unabhängig von einem Heizungstausch oder anderen energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Gibt es eine Pflicht zur Kellerdeckendämmung?

Grundsätzlich ist die Kellerdeckendämmung keine Pflicht. Da der Aufwand aber verhältnismäßig gering und der Effekt bei korrekter Ausführung groß ist, lohnt sich die Maßnahme in den meisten Fällen. Wenn Sie sich für eine Sanierung entscheiden, müssen Sie sich an die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) halten:

Sowohl für die Dämmung der Kellerdecke als auch für die Dämmung der Kellerwände und eine Perimeterdämmung, also die Wärmedämmung erdberührter Bauteile, gilt ein maximaler U-Wert von 0,30 W/m²K. Abweichende Anforderungen gibt es bei einer Einblasdämmung, wenn der Platz für die Kellerdämmung begrenzt ist oder Naturdämmstoffe zum Einsatz kommen.

Reicht es, die Unterseite der Kellerdecke zu isolieren?

Es ist durchaus sinnvoll und auch möglich, auf der Unterseite der Kellerdecke eine Wärmedämmung anzubringen. Allerdings ist dieses Verfahren bauphysikalisch unvollkommen und nicht ganz korrekt, da wichtige Bauteile dabei nicht in die Wärmedämmung einbezogen werden. Das sind zum Beispiel die Seitenflanken der Kellerdecke, die ringsherum in den umlaufenden Außenwänden aufliegen.

An diesen Stellen kann auch nach erfolgter Dämmung der Kellerdecke immer noch Wärme aus den darüber liegenden Räumen in das umgebende Mauerwerk abfließen. Das gleiche gilt für die Stellen, an denen Mauern innerhalb des Kellers stehen, da deren Berührungsflächen ebenfalls ungedämmt bleiben.

Welches Material eignet sich für die Kellerdeckenisolierung?

Selbstverständlich kann man eine Kellerdecke mit normalem expandiertem Polystyrol EPS, zum Beispiel Styropor, dämmen. Wir empfehlen jedoch extrudiertes Polystyrol XPS (Styrodur® = reg. Marke der BASF SE), und zwar aus folgenden Gründen:

In Kellerräumen tritt nicht selten eine erhöhte Luftfeuchtigkeit auf, weshalb es übrigens wichtig ist, auch den Keller richtig zu lüften. Um sicher zu gehen, dass in die Wärmedämmung keine Feuchtigkeit einzieht, empfiehlt es sich, ein Dämmmaterial einzusetzen, welches aufgrund seiner Struktur sehr viel geschlossener und homogener ist als normales Polystyrol. Das ist bei extrudiertem Polystyrol der Fall.

Dazu kommt noch ein weiterer Gesichtspunkt: Da Kellerräume besonders in älteren Häusern niedriger sind als Wohnräume, kann eine Deckenverkleidung aus Styropor leicht beschädigt werden. Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil von extrudiertem Polystyrol: Weil es eine sehr viel härtere und festere Oberfläche hat, lassen sich Eindruckstellen vermeiden.

Sie wollen ökologisch dämmen? Als Naturdämmstoff für die Kellerdecke sowie für Innen- und Außenwände eignet sich Zellulose.

In Räumen, in denen sich eine Heizung oder das Heizöllager befinden, dürfen Sie nur unbrennbare Dämmstoffe verwenden wie beispielsweise Kalzium-Silikat-Platten oder Mineralwolle-Platten. Einige Hersteller haben spezielle Mineralwolle-Platten für die Wärmedämmung von Kellerdecken entwickelt, zum Beispiel Rockwool. Diese Dämmstoffe können Sie ebenfalls einfach an die Decke kleben. Nur wenn der Untergrund nicht fest genug ist, müssen Sie die Platten zusätzlich mit Tellerdübeln sichern.

Wie bringt man die Dämmung an der Kellerdecke an?

Es empfiehlt sich, zehn Zentimeter dicke Platten aus extrudiertem Polystyrol XPS von unten unter die Decke zu kleben. In einigen Kellern ist allerdings der Abstand der Kellerfenster von der Decke so gering, dass zumindest in diesem Bereich eine geringere Dämmstoffdicke eingebaut werden muss.

Die Dämmplatten können Sie leicht selbst anbringen. Für ebene Flächen gibt es Montagesysteme zum Kleben oder Dübeln. Wichtig ist, dass Sie die Platten „pressgestoßen“ montieren und keine Lücken lassen. Sollte es sich aus baulichen Gründen nicht vermeiden lassen, dass Lücken oder Fugen offen bleiben, müssen Sie diese mit Montageschaum schließen.

Diese harten Dämmplatten haben eine ganz glatte Oberfläche. Diese können Sie anschließend mit einer dünnen Putzschicht versehen und mit einer Dispersionsfarbe (Binderfarbe) streichen. Wenn Sie wollen, dass die Platten besser aussehen, dann können Sie die Oberflächen mit einer Füllfarbe streichen und die noch feuchte Farbe mit einer Strukturwalze bearbeiten.

Wie dämmt man bei Leitungen und Rohren an der Kellerdecke?

Ein Problem beim Anbringen von Dämmmaterial sind Leitungen und Rohre unter der Kellerdecke. Wenn man elektrische Leitungen nicht entfernen und neu verlegen kann oder möchte, besteht die Möglichkeit, schmale Rinnen in das Dämmmaterial zu schneiden, welche die Leitungen aufnehmen. Allerdings sollte die Tiefe dieser Rinnen nicht größer als ein Drittel der Dämmstoffdicke sein. Größere Aussparungen im Dämmmaterial führen zu Wärme- oder Kältebrücken.

Schwieriger gestaltet sich die Wärmedämmung wenn Sie dickere Gas-, Wasser- und Abwasser-Rohre integrieren müssen. Hier kann man oftmals nur Kästen um diese Rohre bauen und sie mit Dämm-Material ausfüllen. Dazu können Sie Montageschaum oder Mineralwolle-Flocken verwenden. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass sich ausgehärteter Montageschaum nur schwer wieder entfernen lässt, wenn Sie zum Beispiel eine Leitung reparieren müssen. Dieses Problem gibt es bei Mineralwolle-Flocken nicht. Allerdings müssen die Flocken sehr sorgfältig verarbeitet werden. Jeder Hohlraum muss vollständig ausgestopft werden, damit keine Lücken offen bleiben.

Wie funktioniert eine Kellerdämmung von außen?

Bei beheizten Kellern ist zusätzlich zur Deckendämmung die Kellerdämmung von außen empfehlenswert. Dafür müssen Sie zunächst die Erde bis unter den Sockel des Hauses ausheben. Eventuell ist eine Drainage notwendig. Mit Bitumenfarbe schützt man die Wand zunächst vor Feuchtigkeit. Darüber werden dann etwa zehn bis 14 Zentimeter dicke Dämmplatten, am besten aus XPS, verklebt. Über den Dämmstoff kommt im erd­berührten Bereich noch eine schützende Noppenfolie.

Was ist beim Dämmen von Kellerdecken in alten Häusern zu beachten?

Beim Verkleben von Dämmmaterial unter Kellerdecken kann es in alten Häusern zu Problemen kommen. Decken und Wände sind in der Regel nur gekalkt, in vielen Fällen mehrmals. Diese Schichten neigen zum Abblättern. Wenn die vorhandenen gekalkten Flächen zusätzlich mit Dispersionsfarbe renoviert wurden, ist ein Untergrund entstanden, der eine ungenügende Festigkeit aufweist. Schon bei der geringsten Belastung platzen die Anstrichschichten ab.

Wenn Sie auf einem solchen Untergrund Dämmplatten verkleben wollen, müssen Sie zunächst die vorhandenen Kalk- und Anstrichschichten mit einem Spachtel abstoßen und die Fläche anschließend mit einer Drahtbürste abreiben. Danach sollte der Untergrund mit einem Tiefgrund gefestigt werden. Nach einer Trockenzeit von einigen Tagen können Sie dann das Dämmmaterial verkleben.

Wenn Sie bei den beschriebenen Vorarbeiten feststellen, dass auch der darunter liegende Putz morsch ist, empfiehlt es sich, die Dämmplatten zusätzlich mit Tellerdübeln zu sichern. Diese Dübel werden auch bei der Wärmedämmung von Fassaden verwendet. Diese erhalten Sie im Farben-Großhandel.

Was kostet es, die Kellerdecke zu dämmen?

Die Dämmung eines unbeheizten Kellers ist vergleichsweise günstig und kann von geschickten Heimwerkern selbst erledigt werden. Damit sparen Sie zusätzliche Handwerkerkosten. Rechnen Sie mit rund 25 bis 60 Euro pro Quadratmeter.

Eine Außendämmung für den beheizten Keller ist etwas aufwändiger und teurer. Planen Sie hier mit etwa 130 Euro pro Quadratmeter.

Tipp: Wer die Decke seines unbeheizten Kellers „von oben“ dämmen lässt, kann für Bodenbelag, Trittschalldämmung und Estrich Fördermittel beantragen!

Regionale Fördertöpfe

Verpassen Sie keine Fördermöglichkeit! Hier finden Sie alle wichtigen Links zu den uns bekannten regionalen Fördertöpfen für das Sieger-, Sauerland und den Märkischen Kreis.

Expertenrat zur Kellerdeckendämmung nutzen

Eine gedämmte Kellerdecke bedeutet für Sie: spürbar weniger Heizkosten, mehr Wohnkomfort und langfristige Wertsteigerung Ihrer Immobilie. Doch welche Materialien sind wirklich geeignet, welche Förderungen können Sie nutzen und wie hoch sind die Einsparpotenziale? Genau hier setzen unsere speziell ausgebildeten Modernisierungs- und Wohnfühlberater an. Sie analysieren Ihre Immobilie, geben praxisnahe Empfehlungen und zeigen Ihnen, wie Sie mit der richtigen Dämmung bares Geld sparen und gleichzeitig nachhaltig handeln. Darüber hinaus beraten unsere Experten Sie auch zu anderen Themen wie Modernisierung, erneuerbare Energien und Gebäudeeffizienz.

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Carina Langer

22. Dezember 2025